″Lady Liberty″ blickt auf Hongkong | Aktuell Asien | DW | 13.10.2019
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Aktionen für Demokratie

"Lady Liberty" blickt auf Hongkong

Sie ist vier Meter hoch und stellt eine Demonstrantin mit Gasmaske, Schutzbrille und Helm dar. Demokratie-Aktivisten in Hongkong errichteten die Statue als Symbol der Freiheit auf dem Gipfel des Berges Lion Rock.

Freiwillige haben die 80 Kilogramm schwere Statue in zwei Teilen auf den Berg geschleppt. Auf dem 495 Meter hohen Lion Rock soll sie nun dauerhaft stehen, falls sie nicht von Hongkongs Behörden entfernt wird. "Lady Liberty" ist eine Demonstrantin - in einer Hand trägt sie einen Regenschirm, in der anderen eine schwarze Fahne mit dem Protest-Slogan "Befreit Hongkong, Revolution jetzt". In den vergangenen Monaten war die Statue stets auf einem Lastwagen mit zu Kundgebungen genommen worden.

Proteste und ein wenig Randale 

Auch an diesem Sonntag gingen wieder Tausende Demonstranten in der chinesischen Sonderverwaltungszone gegen die Regierung auf die Straße. Insgesamt war ihre Zahl jedoch geringer als an den Wochenenden zuvor, wie Reporter berichten. Trotz eines Vermummungsverbots trugen viele von ihnen Gas- oder Gesichtsmasken, um ihre Identität zu schützen und gleichzeitig gegen das Verbot zu protestieren. Die Aktivisten trafen sich in Einkaufszentren und sangen gemeinsam die Protesthymne "Glory to Hongkong".

Später lieferten sich einige hundert Vermummte Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie verwüsteten Geschäfte und U-Bahnstationen und errichteten Straßenblockaden. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Randalierer vor und nahmen nach eigenen Angaben dutzende von ihnen fest.

Hongkong Anti-Regierungsproteste (Reuters/S. Vera)

Randalierer verwüsten das Gebäude der "Bank of China"

In Hongkong gibt es seit Anfang Juni Massenproteste gegen die wachsende Einflussnahme der chinesischen Führung in Peking und die Beschneidung der Bürgerrechte. Die Demonstrationen hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China vorsah. Mittlerweile richten sich die Proteste jedoch generell gegen die pro-chinesische Führung in Hongkong und die Einschränkung der Demokratie.

se/sti (rtr, afp, dpa)

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