Löw: ″Wir werden uns steigern″ | Sport | DW | 28.03.2018
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Nationalmannschaft

Löw: "Wir werden uns steigern"

Die deutsche Nationalmannschaft verliert gegen Brasilien knapp, aber verdient. Bundestrainer Joachim Löw und seine Spieler sehen viel Verbesserungspotential. Ernsthafte Sorgen macht sich aber niemand.

"Wenn die brasilianische Seele jetzt für ein paar Wochen nach dem 7:1 ihren Frieden findet, ist das absolut Ok." Bundestrainer Joachim Löw wirkte trotz der 0:1-Niederlage seines Teams gegen Brasilien entspannt. Der Weltmeister zeigte ungewohnte Schwächen in allen Mannschaftsteilen. "Wir haben viele leichte Fehler und es Brasilien einfach gemacht", analysierte Löw. "Jeder einzelne kann natürlich besser spielen."

Besonders die Körpersprache seiner Spieler prangerte der 58-Jährige nach der Partie an. Keine Dominanz, kein Verantwortungsgefühl, keine Sicherheit - der Weltmeister wirkte teilweise nicht ausreichend bei der Sache. Toni Kross wurde deutlicher und kritisierte seine Teamkollegen: "Es standen einige Spieler auf dem Platz, die sich zeigen konnten, das haben sie aber nicht gemacht", sagte der Mittelfeld-Stratege. 

Immer einen Schritt zu spät

Die Brasilianer machten es der deutschen Elf aber auch nicht gerade leicht und setzten die Gastgeber früh unter Druck. Von der verunsicherten Mannschaft von vor vier Jahren war nichts mehr zu sehen. Die Offensive um Coutinho, Paulinho, Willian oder Torschützte Jesus stellte die neu zusammengestellte DFB-Abwehr regelmäßig vor große Probleme. Mit schnellem, präzisem Passspiel begeisterte die Selecao ihre brasilianischen Fans auf der Tribüne im Olympiastadion und ließ die deutsche Abwehr um Kapitän Jerome Boateng ein ums andere mal schlecht aussehen. Vorne zauberten die Brasilianer und in der Defensive stand das Team von Trainer Tite sicher.

"Es war ein komisches Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit war es schwer. Brasilien hat uns gut zugestellt und gepresst", sagte Torwart Kevin Trapp, der für Marc-André ter Stegen seine Chance im Tor bekommen hatte. Der 27-Jährige zählte zu den Enttäuschungen aus DFB-Sicht. "Kevin hat ein paar Bälle zum Gegner gespielt", bemängelte auch der Bundestrainer. "Er wurde aber auch manchmal alleine gelassen."

Freundschaftsspiel Deutschland gegen Brasilien (Reuters/F. Bensch)

Torhüter Kevin Trapp (m.)

Löw: "Er braucht noch ein bisschen Zeit"

Auch die Offensivaktionen der Löw-Elf verpufften oft schon im Ansatz. Es fehlte an der Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen und so landeten viele Bälle direkt beim Gegner. "Wir haben es Brasilien zu einfach gemacht und viele Konter durch einfache Ballverluste ermöglicht. Es gibt noch einiges zu verbessern", sagte Ilkay Gündogan, der neben Kroos und Leroy Sane das Mittelfeld dirigieren sollte.

Vor allem Sane, der gegen Brasilien zu seinem elften Einsatz für den Weltmeister kam, erwischte nicht seinen besten Tag. "Leroy hat bei Manchester City große Fortschritte gemacht. Aber in der Nationalmannschaft ist es eine andere Situation, mit anderem Druck", sagte Löw. "Er braucht vielleicht noch ein bisschen Zeit bei uns, um das zu zeigen, was er wirklich kann. Er ist ein junger Spieler, der vielleicht auch nicht so schnell in die Höhe schießt, wie manche das immer denken."

Löw macht sich keine Sorgen

Die Niederlage gegen Brasilien war verdient, daran hatte an diesem Abend niemand einen Zweifel. Grund zur Sorge gibt es aber nicht, das machte Löw nach dem Spiel mehrfach deutlich. "Ich weiß, dass die Mannschaft zu etwas ganz anderem fähig ist. Jede Mannschaft hat ja immer mal einen Tag, an dem es nicht so läuft", beantwortete Löw nervöse Reporter-Fragen. "Ich weiß was wir können und welche Mentalität wir in der Mannschaft haben, deswegen mache ich mir keine Sorgen."

Vor dem WM-Start Mitte Juni wird die DFB-Elf noch zwei Testspiele bestreiten. Eine solche Leistung dürfte sich der Bundestrainer nicht noch einmal gefallen lassen, denn schließlich wollen Löw und sein Team in Russland den Weltmeister-Titel verteidigen. "Sie können sich sicher sein, wir werden uns steigern", kündigte Löw dementsprechend selbstbewusst an.