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Gedenken in Metall graviert

Bianca Witzel11. April 2015

Mit bloßem Augen sind die Gravuren von Pierre Provost kaum zu erkennen. Der frühere Häftling des damaligen Konzentrationslagers Buchenwald setzt sich in ihnen mit der KZ-Vergangenheit auseinander.

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Ausstellung Pierre Provost ein Résistant im Konzentrationslager Buchenwald
Bild: Musée de la Résistance nationale à Champigny-sur-Marne, Sammlung Gisèle Provost

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald sind die Medaillen des Résistance-Kämpfers Provost ab dem 11. April 2015 in einer Sonderausstellung in Weimar zu sehen. Pierre Provost war zwischen August 1944 und April 1945 Häftling im KZ Buchenwald. In Gravuren hielt er die Zeit der Gefangenschaft und die Verbrechen der Nationalsozialisten fest.

Unter größter Gefahr

Der französische Häftling mit der Nummer 39705 bearbeitete heimlich Stahl, Bronze, Geldmünzen oder silberne Löffel. Sein Ziel war es, Buchenwald zu fixieren und darzustellen. Eingraviert sind unter anderem folgende Motive: ein Steinträger, ein Gehängter und Gefangene, die einen Leichenkarren ziehen. Weitere Abbildungen zeigen das Lager von oben.

Das Gravieren gab Provost Lebenskraft, um die Gefangenschaft zu überstehen. Sonja Staar, die Leiterin der Kunstsammlung der KZ-Gedenkstätte, betont die Bedeutung der Arbeiten als Zeugnisse des Widerstands. Sie zeigen die Solidarität der Häftlinge untereinander. Provost verschenkte die kleinen Kunstwerke an seine Mithäftlinge - als Dank für deren Kameradschaft und Hilfe.

Ausstellung Pierre Provost ein Résistant im Konzentrationslager Buchenwald
Portrait von Pierre Provost (Bleistiftzeichnung von Jean-Marie Legendre im KZ Buchenwald, Januar 1945)Bild: Privatbesitz Gisèle Provost

Zeugnisse des Widerstands

Auch andere Häftlinge haben den Lager-Alltag und die Verbrechen der SS festgehalten - in kleinen Heftchen oder auf Papierfetzen. Diese sind in der Dauerausstelung der Gedenkstätte zu sehen. Es sind berührende Zeugnisse der Anklage - und des Überlebenswillens. In Form von Skizzen, Zeichnungen, Bildern, Fotografien, Gedichten und Installationen setzten sich Künstler mit der Zeit im KZ auseinander. Neben der Dauerausstellung ist die Sonderausttellung zu Pierre Provost noch bis zum 30. August in Weimar zu sehen.

bw/nf (dpa/buchenwald.de)