Kurden wollen noch mehr deutsche Waffen | Aktuell Nahost | DW | 27.10.2015
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Aktuell Nahost

Kurden wollen noch mehr deutsche Waffen

Soll Deutschland die kurdischen Peschmerga im Nordirak mit zusätzlichen Waffen unterstützen? Verteidigungsministerin von der Leyen will das nun prüfen lassen. Die CDU-Politikerin führte in Erbil weitere Gespräche.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei Kurdenpräsident Barsani (Foto: dpa)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei Kurdenpräsident Barsani

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen äußerte sich zum Thema Waffenlieferungen beim Besuch eines Ausbildungslagers der Peschmerga im nordirakischen Erbil. Hier werden die Kurden auf die Einsätze gegen die Terroristen des "Islamischen Staats" (IS) vorbereitet. "Es gibt einen steten Bedarf, das ist ganz klar, denn die Kurden befinden sich im Krieg gegen den IS", sagte von der Leyen. Sie werde daher Bitten um weiteres Material mit nach Hause nehmen und diese mit ihren Kabinettskollegen besprechen. In dem Camp in Erbil helfen knapp hundert deutsche Soldaten beim Training der Peschmerga.

Schutzmasken, Schutzanzüge, Funkgeräte

Deutschland hat seit 2014 rund 1800 Tonnen Waffen und Militärmaterial an die Peschmerga geliefert. Darunter sind auch die besonders begehrten Milan-Panzerabwehr-Raketen, welche die Kurden vor allem gegen mit Sprengstoff beladene Lastwagen des IS einsetzen. Aus der jüngsten Lieferung stehen nach von der Leyens Worten noch 2000 ABC-Schutzmasken, 3000 Schutzanzüge und Funkgeräte aus, welche die Peschmerga in den kommenden Tagen erhalten sollen.

Unterstützt von amerikanischen Luftangriffen hatten die Peschmerga den Vormarsch der IS-Truppen im vergangenen Jahr etwa 20 Kilometer vor Erbil gestoppt. Derzeit verläuft die Front rund 60 Kilometer von der Kurden-Hauptstadt entfernt.

Irak Peschmerga-Ausbildung in Erbil

Die Peschmerga-Ausbildung durch die Bundeswehr in Erbil (Archiv)

Im Camp Bnaslawa demonstrierten etwa 30 junge Soldatinnen und Soldaten der Peschmerga der Besucherin aus Deutschland ihr Können im Häuserkampf und bei der medizinischen Erstversorgung von Verletzten. Von der Leyen zeigte sich zufrieden. Die Arbeit der Bundeswehr und ihrer westlichen Partner im Nordirak falle "auf sehr fruchtbaren Boden", sagte sie. Den Peschmerga sei es gelungen, den IS "nicht nur zu stoppen, sondern zurückzuschlagen". Die Ministerin fügte hinzu: "Wir alle wissen, dass sie diesen Kampf auch für uns kämpfen."

Von der Leyen kam in Erbil auch mit dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion, Massud Barsani, zusammen. Barsani steht seit zehn Jahren an der Spitze der Region. Im August lief das Mandat des 69-Jährigen ab, er will aber weiter im Amt bleiben und führt seine Rolle im Kampf gegen den IS als Argument für eine längere Amtszeit ins Feld. Vor rund zwei Wochen gab es bei Protesten gegen Barsani mehrere Tote.

ml/jj (afp,rtr,dpa)