Kronprinzessin Mette-Marit hat Spenderlunge erhalten
17. Juni 2026
Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit werde nach der Lungentransplantation jetzt "für mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben müssen", zitierte das Königshaus Arnt Fiane, den Leiter der Herz-Lungen-Abteilung vom Universitätskrankenhaus in Oslo. Erst bei ihrer Entlassung sei das nächste Update zu erwarten. Ihr Mann, Kronprinz Haakon, werde sein Programm in nächster Zeit weiter anpassen, um seiner Frau beistehen zu können, heißt es am Hof.
Schwere Lungenfibrose
Die Transplantation sei nach bisherigem Stand "erfolgreich verlaufen", wurde Fiane weiter zitiert. "Wir freuen uns sehr, dass bisher alles gut verlaufen ist", ergänzte der Lungenarzt Are Holm.
Mette-Marit (52) litt unter einer schweren Lungenfibrose, in den vergangenen Monaten war es ihr immer schlechter gegangen. Vor einigen Wochen hatte der Hof mitgeteilt, dass die Kronprinzessin auf die Warteliste für eine neue Lunge gesetzt worden war. Nun ging es anscheinend sehr schnell.
Narben im Lungengewebe
Spenderlungen sind rar, daher wird über solch einen Eingriff sehr kurzfristig entschieden. Bei einer Lungenfibrose bilden sich Narben im Lungengewebe, was Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten verursachen kann. Die Krankheit gilt als nicht heilbar. Die Operation wird normalerweise nur als letztes Mittel in Betracht gezogen, wenn die Lebenserwartung der Patientin oder des Patienten ohne Transplantation auf nur noch ein bis zwei Jahre geschätzt wird.
Lungenfibrose ist ein Sammelbegriff, der verschiedene Erkrankungen umfasst. Zu den möglichen Auslösern zählen unter anderem Lungenkrankheiten, Allergene, rheumatoide Arthritis und Medikamente.
Wegen ihres Gesundheitszustands musste die Kronprinzessin in den vergangenen Jahren ihr Programm stark zurückfahren und mehrfach Auszeiten nehmen. Zuletzt trug sie bei öffentlichen Terminen ein mobiles Sauerstoffgerät.
Prinzessin Ingrid Alexandra eilte nach Hause
Die Krankheit hat Konsequenzen für die gesamte Familie von Haakon und Mette-Marit. So wird das Kronprinzenpaar nicht wie geplant im August seine silberne Hochzeit feiern. Haakon (52) hatte wegen seiner kranken Frau in letzter Zeit immer wieder Termine abgesagt und zuletzt auch eine Reise deshalb verkürzt.
Aus Sorge um ihre Mutter war zudem Mette-Marits und Haakons Tochter, Prinzessin Ingrid Alexandra (22), vorläufig aus Australien nach Hause zurückgekommen. Seit dem vergangenen Sommer studiert sie an der Universität von Sydney internationale Beziehungen und politische Ökonomie.
Sohn Marius Borg Høiby zu Haft verurteilt
Zusätzlich zu ihrer Krankheit belasten mehrere Skandale die Kronprinzessin. Durch die Veröffentlichungen im Fall Jeffrey Epstein war Mette-Marits frühere Freundschaft zu dem Sexualstraftäter bekanntgeworden. In einem Fernsehinterview sagte sie in diesem Frühjahr, Epstein habe sie manipuliert und getäuscht. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst. Viele ihrer Landsleute nahmen ihr das enge Verhältnis zu dem Sexualstraftäter sehr übel.
Sorgen macht Mette-Marit auch ihr Sohn aus einer früheren Beziehung. Am Montag wurde Marius Borg Høiby unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt.
Høiby hatte in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, aus der Untersuchungshaft freizukommen - es sei unerträglich, nicht bei seiner kranken Mutter sein zu können, argumentierte der 29-Jährige. Das Kronprinzenpaar hat außerdem ein weiteres gemeinsames Kind: Prinz Sverre Magnus (20).
pg/AR (dpa, afp)
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