Kosmonauten untersuchen mysteriöses Loch | Aktuell Welt | DW | 12.12.2018
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Weltraum

Kosmonauten untersuchen mysteriöses Loch

Bei einem technisch heiklen Außeneinsatz im Weltraum haben zwei russische Kosmonauten ein Loch an einer Sojus-Transportkapsel in Augenschein genommen. Es gibt nach wie vor Rätsel auf.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos stufte den Außeneinsatz der Kosmonauten Oleg Kononenko und Sergej Prokopjew als "beispiellos in ihrer Komplexität" ein. Der Einsatz, der "in die Geschichte der Raumfahrt eingehen" werde, sei aber nötig gewesen, weil das Loch an der Sojus-Kapsel "klein, aber gefährlich" sei.

Die Kapsel ist derzeit an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Das etwa zwei Millimeter große Loch war bereits im August entdeckt worden, es hatte damals einen Druckabfall verursacht.

Nervenprobe im All

Der komplizierte und körperlich anstrengende Außeneinsatz dauerte nahezu acht Stunden - und damit gut anderthalb Stunden länger als eigentlich geplant. Die besondere Schwierigkeit liegt darin, dass Sojus-Kapseln - anders als die ISS - nicht darauf ausgelegt sind, bei Weltraumspaziergängen repariert zu werden. Es gibt nicht einmal Haltegriffe für im All schwebende Raumfahrer.

Kosmonaut Kononenko wurde von seinem Kollegen mittels eines Schwenkarms in Position für die Untersuchung der beschädigten Stelle gebracht. Dort nutzte er ein Messer, um die Schutzhülle des Raumfahrzeugs zu öffnen und Proben zu entnehmen, die später auf der Erde analysiert werden sollen.

Wilde Spekulationen

Experten stehen vor einem Rätsel, wie sich das kleine Loch bilden konnte. Russische Medien hatten sogar spekuliert, ein US-Astronaut an Bord der ISS habe es absichtlich gebohrt, um schneller zur Erde zurückfliegen zu können.

Alexander Gerst (picture-alliance/dpa/A. Gerst)

Seine ISS-Mission neigt sich dem Ende zu: Alexander Gerst

Die ISS steht derzeit unter dem Kommando des deutschen Astronauten Alexander Gerst. Er soll am 20. Dezember mit zwei Crew-Kollegen auf die Erde zurückkehren. Für ihre Reise sind sie allerdings nicht zwingend auf die Kapsel mit dem Loch angewiesen, da noch ein zweites Sojus-Raumschiff bereitsteht.

wa/mak (dpa, afp)

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