Kommt bald ein US-Handelsabkommen mit China? | Wirtschaft | DW | 02.11.2018
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Außenhandel

Kommt bald ein US-Handelsabkommen mit China?

Die Hoffnung auf Ende des Zollstreits beflügelt die Börsen: US-Präsident Donald Trump will den Handelsstreit mit China nach einem Medienbericht noch in diesem Monat aus der Welt schaffen.

Zum Treffen der G20-Staaten Ende November wolle Trump ein Handelsabkommen  mit dem Präsidenten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, Xi Jinping, abschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Er habe bereits Regierungsmitarbeiter und Experten aus seinem Stab mit der Ausarbeitung von Details beauftragt.

Auslöser für diesen Schritt sei ein Telefonat mit Xi am Donnerstag gewesen. Trump selbst hatte das Gespräch als "lang und sehr gut" bezeichnet und sich über Twitter positiv zum Verlauf der Gespräche über ein Handelsabkommen geäußert.

Nach den USA sendete auch China ein deutliches Signal der Entspannung. Ein Telefonat zwischen Chinas Präsidenten Xi Jinping und Trump am Donnerstag sei "extrem positiv" verlaufen, teilte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang mit. Beide Präsidenten waren sich demnach einig, den Konflikt durch "umfassende Konsultationen" zu lösen und den wirtschaftlichen Austausch beider Länder zu stärken.

Die Staats- und Regierungschef der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich am 30. November und 1. Dezember in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zu ihrem alljährlichen Gipfel. 

Aktien-Investoren in Kauflaune

An der Börse wurden die Informationen positiv aufgenommen. Anleger deckten sich in Asien mit Aktien ein. Der japanische Leitindex Nikkei schloss 2,6 Prozent fester bei 22.243 Punkten. Das war der größte Tagesgewinn seit März. In Japan  schossen vor allem Aktien von Unternehmen in die Höhe, die stark in China engagiert sind.

Die chinesischen Börsen in Shanghai, Shenzen und Hongkong legten je rund drei Prozent zu. Auch die chinesische Währung Yuan, die in den vergangenen Wochen unter Druck gestanden hatte, war wieder stärker gefragt.

Auch der deusche Leitindex Dax legte 1,4 Prozent auf 11.624 Zähler zu. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Autowerte, die von dem neu gewonnenen Optimismus der Anleger und den Absatzzahlen in den USA profitierten. Für Volkswagen, Continental, Daimler und BMW ging es aufwärts.

Wall Street erleichtert

Bereits an der Wall Street hatte US-Präsident Donald Trump für Erleichterung gesorgt, als er über den Kurznachrichtendienst Twitter verkündete, die Verhandlungen mit China zum Zollkonflikt seien "gut im Fluss".

"Es macht Sinn, dass Trump jetzt auf Deeskalation setzt", sagte Chefanalyst Chisato Haganuma vom Brokerhaus Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. Die Folgen des Zollstreits seien unabsehbar für die US-Wirtschaft.

Immer wieder neue Strafzölle

Nachdem Washington den Streit begonnen hatte, haben sich beide Seiten mit immer neuen Runden von gegenseitigen Strafzöllen überzogen. Washington verhängte Zusatzzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar und damit etwa die Hälfte aller Einfuhren aus der Volksrepublik. China hat sich unter anderem mit Zöllen auf Importe aus den USA, vor allem im Agrarsektor, zur Wehr gesetzt.

Neben dem Handelsstreit sieht sich Peking derzeit mit einer ganzen Reihe anderer Baustellen in der Wirtschaft ausgesetzt. Die Industrieproduktion wächst seit fünf Monaten in Folge langsamer. Der Kampf gegen Verschuldung und Finanzrisiken verteuert die Kredite für Unternehmer. Das Wachstum im Einzelhandel wird schwächer. Autoverkäufe fielen im September den dritten Monat in Folge und könnten in diesem Jahr erstmals in fast drei Jahrzehnten sogar zurückgehen.

Die Führung in Peking hat Steuererleichterungen und andere Hilfen für Firmen in Aussicht gestellt, um den wirtschaftlichen Abschwung aufzufangen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs in den vergangenen drei Monaten mit 6,5 Prozent langsamer als erwartet. So schwach war Chinas Wirtschaftswachstum zuletzt Anfang 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise.

ul/hb (dpa, rtr)

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