Klimakrise: Kulturschaffende wenden sich an Angela Merkel | Kultur | DW | 04.10.2019
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Offener Brief

Klimakrise: Kulturschaffende wenden sich an Angela Merkel

Sie wollen das Klima und die Welt retten. Rund 100 Kulturschaffende unterstützen einen offenen Brief der Klimaaktivisten von "Extinction Rebellion" an die deutsche Bundesregierung. Ihr Appell: Die Politik muss handeln!

Ihr Logo ist eine Sanduhr, ihre Botschaft ist klar: Uns rennt die Zeit davon. Extinction Rebellion kämpft für ähnliche Ziele wie Fridays for Future - nur mit drastischeren Mitteln. Extinction Rebellion - kurz XR – das bedeutet "Aufstand gegen das Aussterben". Das klingt radikaler als die Bewegung der Schülerinnen und Schüler, die die Schwedin Greta Thunberg ins Leben gerufen hat. In einem offenen Brief an die deutsche Regierung fordert XR "sofort drastische Maßnahmen gegen die sich verschärfende ökologische Krise". Andernfalls drohten "Nahrungsmittelknappheiten, Extremwetterphänomene und damit tödliche Bedrohungen für Millionen von Menschen weltweit". 

Der Regisseur Fatih Akin vor einem Kinoplakat (picture-alliance/dpa/P. Kneffel)

Unterstützt den Klimaprotest: Der Regisseur Fatih Akin

Gut 90 Prominente aus dem Kunst- und Kulturbetrieb in Deutschland haben das Schreiben unterzeichnet, darunter der Filmemacher Fatih Akin, die Schauspieldirektorin am Badischen Staatstheater, Anna Bergmann, die Schauspieler Peter Lohmeyer und Bjarne Mädel, der Kabarettist Michael Feindler sowie Regisseure, Autoren und Musiker. Mitunterzeichnerin ist auch die Filmproduzentin Iris Sommerlatte. "Hoffentlich motiviert das die Politik", sagte sie der Deutschen Welle.  "Als ich Kind war, hat es im Winter noch geschneit", erinnert sich die 45-Jährige. "Heute kann man die Klimaveränderungen mit bloßem Auge sehen."

Neue Klimaaktionen am Montag

Großbritannien London | Proteste zum Schutz des brennenden Waldes am Amazonas (AFP/Getty Images)

Eine XR-Demonstrantin demonstriert in London gegen Umweltzerstörung.

Am Montag (7.10.2019 ) will Extinction Rebellion eine neue "Rebellionswelle" starten: "Wir blockieren Berlin, Paris, New York, Amsterdam, London", kündigen die Aktivistinnen und Aktivisten auf ihrer Website an. "Wir rebellieren gegen das Aussterben: friedlich, kreativ, bunt und entschlossen!" Wir stören den alltäglichen Betriebsablauf, der unsere Lebensgrundlagen zerstört." Die Devise der Klimaschützer: "Mit gewaltfreiem zivilen Ungehorsam gegen Klimakrise und Massenaussterben". Mit drastischen Bildern, Aktionen und Worten will die Bewegung Bürgern, Staatenlenkern und Wirtschaftsbossen zur Raison bringen. Särge, blutrote Farbe, Kostüme und das Totstellen in der Öffentlichkeit gehören dazu, ebenso die Blockade von Verkehrsknoten.

Auch ein Video steht auf der Internetseite von XR, es wirkt wie Werbung für einen Kino-Thriller. "Dies ist ein Notfall", steht da. Dann folgen Bilder der Zerstörung: Stürme, Waldbrände, ein austrocknender See. "Doch das ist nur der Anfang", prangt eine Warnung weiß auf schwarz, begleitete von düsterer Musik. "Es wird noch schlimmer werden. Unsere Zivilisation ist bedroht." Am Ende steht ein Aufruf - zur nächsten "Rebellionswelle" an diesem Montag.

Video ansehen 03:05

Ziviler Ungehorsam für Klimaschutz

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