Klimakrise: Heißester November aller Zeiten | Aktuell Welt | DW | 07.12.2020
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Erderwärmung

Klimakrise: Heißester November aller Zeiten

Seitdem es Wetteraufzeichnungen gibt, war noch kein November so heiß wie 2020. Auch auf das gesamte Jahr gerechnet deuten sich verheerende Werte an.

Bondi Beach in Australien

Bondi Beach in Australien. Hitzewelle seit November

Die Temperaturen auf der Erde waren im November 2020 so hoch wie in keinem Vergleichsmonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Laut EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus lag die durchschnittliche Temperatur 0,8 Grad über dem 30-Jahres-Mittel von 1981 bis 2010. Damit übertraf der vergangene Monat den bisherigen Rekord-November des Jahres 2016 um 0,1 Grad.

Überwarmes Europa

Für Europa berechneten die Copernicus-Wissenschaftler einen noch stärkeren Ausschlag: Von September bis November lagen die Temperaturen 1,9 Grad über dem Vergleichszeitraum. "Diese Rekorde stimmen mit dem langfristigen Erwärmungstrend des globalen Klimas überein", so der Leiter des Copernicus-Dienstes zur Erforschung des Klimawandels, Carlo Buontempo. Die Messwerte von 2020 lägen bislang etwa gleichauf mit dem Rekordjahr 2016.

Feuer auf Fraser Island (Australien)

Feuer auf Fraser Island (Australien): "Langfristiger Erwärmungstrend des globalen Klimas"

Im Vorfeld hatten Forschende gehofft, dass 2020 eine kurze Verschnaufspause in Sachen Erderwärmung bieten könnte, weil das in diesem Jahr auftretende Wetterphänomen La Niña in der Vergangenheit häufig eine kurzzeitige Abkühlung verursacht hat. "Alle politischen Entscheidungsträger sollten diese Aufzeichnungen als Alarmglocken betrachten und ernster denn je darüber nachdenken, wie die im Pariser Abkommen von 2015 festgelegten internationalen Verpflichtungen am besten eingehalten werden können", mahnte Buontempo.

Dramatische Folgen absehbar

Mit dem Klimaabkommen hatten sich fast alle Staaten der Welt zu Maßnahmen verpflichtet, die zum Ziel haben, die Erderwärmung bis 2100 auf deutlich unter zwei Grad und möglichst 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Wissenschaftlichen Berechnungen zufolge steuert die Erde jedoch bis Ende des Jahrhunderts auf eine rund drei Grad höhere Durchschnittstemperatur zu.

Zu den möglichen Folgen zählen ein verheerendes Artensterben mit bedrohlichen Folgen auch für die weltweite Ernährungssicherheit, ein für Küstenregionen gefährlicher Anstieg der Meeresspiegel und die Verödung großer Teile heute fruchtbaren Landes.

Aktivistinnen und Aktivisten weltweit werfen der Weltgemeinschaft vor, nicht genügend dagegen zu unternehmen. Vor einer Woche ließ der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erstmals eine Klage zu, die mehr als dreißig Länder stärker in die Pflicht nehmen soll. Der designierte US-Präsident Joe Biden will mit John Kerry erstmals einen Sondergesandten für das Klima in seine Regierung aufnehmen und den von Donald Trump verfügten Ausstieg aus dem Pariser Abkommen rückgängig machen.

ehl/as (afp, dpa)

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