Klimaanlagen treiben den globalen Stromverbrauch | Aktuell Welt | DW | 15.05.2018
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Energiehunger

Klimaanlagen treiben den globalen Stromverbrauch

Der Einsatz von Kühlanlagen ist die große Unbekannte in der momentanen Energiedebatte. Laut Experten werden gerade sie den globalen Strombedarf in den kommenden Jahren gravierend in die Höhe treiben.

Hong Kong - Air conditioning (Getty Images/AFP/T. Bahar)

In Schwellenländern wie China wird sich der Einsatz von Klimageräten in den kommenden Jahren dramatisch erhöhen

Bereits jetzt fließe ein Zehntel des weltweit verbrauchten Stroms in Klimaanlagen und Ventilatoren, heißt es in einem aktuellen Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA). Weil sich immer mehr Menschen in Entwicklungsländern Kühlsysteme leisten könnten, werde sich der Stromverbrauch solcher Anlagen bis 2050 noch einmal verdreifachen, lautet die Prognose.

IEA Chefökonom Fatih Birol (AP)

IEA-Geschäftsführer Fatih Birol: Der Stromverbrauch von Klimageräten muss verringert werden

Bis dahin, so die Berechnungen der Verfasser, werden jede Sekunde zehn neue Klimaanlagen über die Ladentheken der Welt gehen. Diese erhöhte Nachfrage - vor allem in den heißesten Regionen der Erde - sei der wichtigste "blinde Fleck" in der aktuellen Energiedebatte, so der IEA-Geschäftsführer Fatih Birol.

Um die Stromversorgung unter diesen Bedingungen zu gewährleisten, müsste laut dem Bericht eine neue Strominfrastruktur gebaut werden, die so viel Energie produziere wie heute alle Kraftwerke der EU, der USA und Japans zusammen.

Um die Problematik abzumildern, schlägt die IEA vor, höhere Standards bei der Energieeffizienz von Kühlgeräten anzulegen. Damit ließe sich der Bedarf an neuen Kraftwerken drastisch verringern, heißt es.

uh/qu (dpa, IEA)