Kind stirbt nach Stoß auf Bahngleis in Frankfurt | Aktuell Deutschland | DW | 29.07.2019
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Deutschland

Kind stirbt nach Stoß auf Bahngleis in Frankfurt

Ein Mann stößt eine Mutter und ihr Kind im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main vor einen ICE. Der Junge wird vom Zug erfasst und kommt ums Leben. Die Polizei sucht nach dem Motiv des Täters.

Deutschland 40-Jähriger stößt in Frankfurt Mutter und Kind vor Zug - Achtjähriger stirbt (picture-alliance/dpa/J. Tobien)

Mehrere Gleise des Frankfurter Hauptbahnhofs wurden gesperrt

Der achtjährige Junge wurde laut Polizei von dem einfahrenden ICE erfasst und erlitt tödliche Verletzungen. Der Mann soll auch die Mutter des Jungen ins Gleisbett gestoßen haben. Die 40-Jährige habe sich aber retten können. Ob sie verletzt wurde, war unklar. Hinweisen zufolge soll der Angreifer zudem versucht haben, noch einen weiteren Menschen in die Gleise zu stoßen. Dieser habe sich aber in Sicherheit bringen können. Die Polizei ermittelt wegen eines Tötungsdelikts. 

Ein 40-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Er flüchtete zunächst, wurde später außerhalb des Bahnhofs mithilfe von Passanten festgenommen. Zum Motiv war zunächst nichts bekannt. Täter und Opfer sollen sich nach Angaben der Polizei nicht gekannt haben. Die Ermittler suchen nach weiteren Zeugen und Hinweisgebern.

Innenminister Seehofer unterbricht Urlaub

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sprach der Familie sein Beileid aus. Die "abscheuliche Tat" mache ihn "fassungslos". Bundesinnenminister Horst Seehofer unterbrach seinen Urlaub wegen des Vorfalls, um sich mit Vertretern der Sicherheitsbehörden zu treffen, wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilte. Am Dienstag will er die Öffentlichkeit informieren. Der Täter werde mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden, kündigte Seehofer an. Soweit nötig stelle er dem Land Hessen jede Unterstützung etwa der Bundespolizei oder des Bundeskriminalamts zur Verfügung.

Zugleich warnte er vor vorschnellen Schlussfolgerungen. "Ich nehme zur Kenntnis, dass in Teilen der Öffentlichkeit bereits jetzt eine Bewertung des Sachverhalts vorgenommen wird", erklärte Seehofer. Das sei seriös aber erst möglich, wenn die Hintergründe aufgeklärt sind, betonte der Minister. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ist der Verdächtige Eritreer.

Deutschland 40-Jähriger stößt in Frankfurt Mutter und Kind vor Zug - Achtjähriger stirbt (picture-alliance/dpa/F. Rumpenhorst)

Nach der Tat waren Polizei und Feuerwehr am Frankfurter Hauptbahnhof im Einsatz

Am Frankfurter Hauptbahnhof kam es zu einem "massiven Einsatz", wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Auch die Feuerwehr war mit zahlreichen Kräften vor Ort. Am Hauptbahnhof wurden die Gleise 4 bis 9 für mehrere Stunden gesperrt. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen im Eisenbahnverkehr.

Ähnlicher Fall vor einer Woche

Erst am 20. Juli war im Bahnhof der nordrhein-westfälischen Stadt Voerde eine 34 Jahre alte Mutter vor einen Regionalzug gestoßen und getötet worden. Der 28-jährige Tatverdächtige sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der Mann soll sich der Frau wortlos von hinten genähert und sie auf die Gleise gestoßen haben, berichteten Zeugen der Polizei. Der mutmaßliche Täter und das Opfer kannten sich den Ermittlern zufolge nicht. Die Ermittler werfen ihm Heimtücke und Mordlust vor. Er schwieg bislang zu den Vorwürfen.

ust/uh (dpa, afp, presseportal.de, twitter.com/Polizei_Ffm)