Kiel glaubt an Sieg gegen Wolfsburg | Fußball | DW | 20.05.2018
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Vor dem Relegationsrückspiel

Kiel glaubt an Sieg gegen Wolfsburg

Vor dem Rückspiel in der Relegation liegt der Vorteil klar beim VfL Wolfsburg. Doch Gegner Holstein Kiel und dessen Trainer Markus Anfang versprechen einen Sieg. Ob der aber für den Aufstieg in die Bundesliga reicht?

Auf dem Spiel steht nicht weniger als der letzte noch zu vergebende Startplatz in der Bundesliga für die Saison 2018/2019. Doch statt angespannter Erwartung oder gar Nervosität herrscht bei den beiden Relagationskontrahenten Holstein Kiel und VfL Wolfsburg eher eine entspannte Atmosphäre. Dabei hat Bundesligist Wolfsburg, der zwar im Hinspiel mit einem 3:1-Erfolg vorlegte, nach wie vor viel zu verlieren. Dennoch gab es beim VfL keine verschärfte Vorbereitung auf das entscheidende Relegationsrückspiel am Pfingstmontag (20:30 Uhr MESZ, ab 20:15 Uhr im DW-Liveticker). Nach einem lockeren Samstagstraining verfolgten die Wolfsburger die TV-Übertragung der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle. "Es geht darum, die richtige Mischung zwischen Lockerheit und Anspannung zu finden", erklärt VfL-Trainer Bruno Labbadia. Sein Gegenüber, der von Kiel zum 1. FC Köln wechselnde Markus Anfang, gab seinen Spielern nach einer ebenso lockeren Samstagseinheit bis Sonntagabend frei. Motto: Nur keinen Stress, nur keine Nervosität!

Anfang: "Warum sollen wir aufgeregt sein?"

Doch steht der Außenseiter, der vor einem Jahr noch in der 3. Liga spielte, nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel deutlich mehr unter Druck als die Gäste aus Wolfsburg. Die Holsteiner setzen auf ihre Heimstärke. In der abgelaufenen Zweitliga-Saison mussten die "Störche" nur zwei Niederlagen im heimischen Stadion hinnehmen.

2. Bundesliga Kiels Trainer Markus Anfang (picture-alliance/dpa/S. Kahnert)

Kiels Trainer Markus Anfang

"Wir müssen nichts anderes machen als sonst", beruhigte Anfang sein Team. "Wir müssen rausgehen und unser Spiel durchbringen." Er glaubt nicht, dass die Aufregung seine Profis aus dem Konzept bringen wird. "Warum sollen wir aufgeregt sein? Wir spielen zu Hause in der gewohnten Umgebung."

Einen Sieg gegen den VfL hält Anfang für ein machbares Ziel. Um anschließend aber auch den Aufstieg feiern zu dürfen, müsste es mindestens ein 2:0 sein. "Ob es gelingt, zwei Tore aufzuholen, kann man nicht planen", meinte Anfang, ergänzte aber feierlich: "Du kannst etwas Historisches erreichen."

Neuaufbau statt Super-GAU

Für die Wolfsburger geht es nach wie vor eher darum, eine historische Pleite zu verhindern. Der Volkswagen-Klub, der in den vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen Euro mit Transfers umsetzte, will auf gar keinen Fall in die 2. Bundesliga abstürzen.

Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia (picture-alliance/augenklick/firo Sportphoto/C. Neundorf)

Ist Bruno Labbadia der Trainer, der den VfL Wolfsburg nach geschaffter Relegation wieder nach oben führt?

Stattdessen soll - genau wie im Vorjahr gegen Eintracht Braunschweig - der Super-GAU in der Relegation verhindert werden. Danach soll es diesmal tatsächlich zu einem Neuanfang und dem Startschuss zu einer besseren Zukunft kommen. Mit Jörg Schmadtke als neuem Sport-Geschäftsführer ist bereits der Mann verpflichtet worden, der den VfL ab 1. Juli wieder dorthin bringen soll, wo er nach Ansicht der Konzernspitze sein sollte: im oberen Tabellendrittel und regelmäßig im Europapokal.

Jedoch warnt VfL-Trainer Labbadia vor zu viel Zuversicht angesichts der guten Ausgangsposition: "Vorsicht, es ist erst Halbzeit", mahnte er und forderte seine Stürmer auf, möglichst schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. "Wir sind immer in der Lage, auch auswärts ein, zwei Tore zu machen", sagte der 52-Jährige. Es liege allein an seinem Team, ob die Kieler "das Feuerwerk so abbrennen können." Und: "Wir werden vorbereitet sein." Die Rettung ist nah.

Sollte Kiel die Wende noch schaffen, dürfte es in der Stadt an der Ostsee wohl eine Riesenparty geben. Setzen sich dagegen die Wolfsburger durch, wäre nicht Feierlaune die vorherrschende Stimmung sondern vor allem große Erleichterung.

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