Kerry: Feuerpause in Syrien ″in den nächsten Tagen″ | Aktuell Nahost | DW | 21.02.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Kerry: Feuerpause in Syrien "in den nächsten Tagen"

Die Waffen in Syrien könnten schon bald vorübergehend schweigen. Russland und die USA haben sich nun zumindest auf Bedingungen für eine Waffenruhe geeinigt. Auch Assad zeigt sich dazu grundsätzlich "bereit".

US-Außenminister John Kerry mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow bei Syrien-Gespräche in Zürich (Foto: Getty Images/AFP/J. Martin)

Lawrow und Kerry: Konditionen für "vorläufige" Waffenruhe in Syrien sind geklärt (Archivbild)

Ein möglicher Durchbruch im stockenden Friedensprozess in Syrien scheint näher zu rücken: US-Außenminister John Kerry hat sich nach eigenen Aussagen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "vorläufig" auf Konditionen für eine Feuerpause in Syrien verständigt. Sie hätten in einem Telefonat "eine grundsätzliche vorläufige Einigung über eine Einstellung der Kampfhandlungen erreicht", sagte Kerry, der sich zur Zeit in der jordanischen Hauptstadt Amman aufhält. Die Feuerpause könnte in den nächsten Tagen beginnen. Nun sollten laut Kerry auch US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin "so schnell wie möglich" miteinander telefonieren, um über "die Umsetzung des Waffenstillstands" zu sprechen.

Russland bestätigte die Gespräche der beiden Außenminister. Nach einem ersten Telefonat am Samstagabend hätten Lawrow und Kerry ihre Gespräche über die geplante Waffenruhe in Syrien am Sonntag fortgesetzt, teilte das Außenministerium in Moskau mit.

Auch Assad hält Feuerpause für möglich

Unterdessen zeigte sich auch der syrische Machthaber Assad unter bestimmten Bedingungen "bereit", einer Feuerpause in Syrien zuzustimmen. Das erklärte er in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El Pais". Zu Assads Bedingungen gehört, dass die "Terroristen" - als solche bezeichnet das Regime sämtliche Rebellen - eine Waffenruhe nicht ausnutzen, um ihre Stellung zu verbessern. Außerdem müssten andere Länder, vor allem die Türkei, aufhören, die Aufständischen mit Waffen und anderer logistischer Hilfe zu unterstützen.

Bislang waren alle Versuche, eine Waffenruhe im vom Bürgerkrieg zerrissenen Land auszuhandeln, gescheitert. Bei der Syrien-Konferenz in München Mitte Februar hatten Russland, die USA und weitere Staaten sich auf eine Feuerpause in Syrien verständigt. Diese sollte eigentlich diesen Freitag in Kraft treten. Stattdessen hatte die Gewalt allerdings zuletzt zugenommen.

Russland fliegt in Syrien Luftangriffe auf Seiten von Assads Armee, die USA führen eine Koalition an im Kampf gegen die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS).

vk/pg (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt