Kenosha wird zum Wahlkampf-Hotspot | Aktuell Amerika | DW | 03.09.2020
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USA

Kenosha wird zum Wahlkampf-Hotspot

Erst reiste US-Präsident Trump nach Kenosha, nun der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Biden. Er telefonierte mit dem durch Polizeischüsse schwer verletzten Afroamerikaner Jacob Blake und traf dessen Familie.

"Wir haben etwa eine Viertelstunde lang gesprochen", sagte Joe Biden bei seinem Besuch in Kenosha über das Telefonat. "Er hat darüber gesprochen, dass ihn nichts besiegen wird, dass er nicht aufgibt, egal, ob er wieder wird laufen können oder nicht."

Bidens Reise nach Kenosha folgte zwei Tage nach einem umstrittenen Besuch von Präsident Donald Trump  in der Stadt im Bundesstaat Wisconsin. Auf seinem Weg nach Kenosha traf der 77-jährige Biden am Flughafen der Stadt Milwaukee zunächst Blakes Vater und drei Geschwister des Niedergeschossenen. Bei dem Treffen telefonierte Biden auch mit Jacob Blake selbst, der immer noch im Krankenhaus liegt.

Dank der Familie

Der Anwalt der Familie, Ben Crump, erklärte, Biden und seine Frau Jill hätten den Blakes rund anderthalb Stunden gewidmet. "Die Familie war dankbar für das Treffen und sehr beeindruckt, dass die Bidens so engagiert und bereit waren, wirklich zuzuhören."

In einer Kirche in Kenosha traf Biden anschließend Behördenvertreter, Bewohner und Geistliche. Der frühere Vizepräsident versprach dabei, "institutionellen Rassismus" in den USA bekämpfen zu wollen - und warf Trump vor, Rassismus zu "legitimieren".

Ein weißer Polizist hatte Blake am 23. August in Kenosha durch sieben Schüsse in den Rücken schwer verletzt. Der 29-jährige Familienvater ist derzeit von der Hüfte abwärts gelähmt. Es ist unklar, ob er jemals wieder wird laufen können.

Der erneute Fall von Polizeigewalt gegen einen Afroamerikaner löste Demonstrationen aus, die teilweise in Gewalt ausarteten. Am Rande der Proteste wurden in der vergangenen Woche zwei Menschen erschossen, als Tatverdächtiger wurde ein 17-jähriger Weißer festgenommen.

Kein Treffen Trumps mit den Blakes

Trump hatte Blakes Familie bei seinem Besuch am Dienstag nicht getroffen und auch Jacob Blakes Namen nicht erwähnt. Der Republikaner nutzte den umstrittenen Besuch zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl vielmehr, um sich erneut als "Präsident von Recht und Ordnung" in Szene zu setzen. Ausschreitungen am Rande der Proteste  bezeichnete er als "Inlandsterrorismus".

Der in Umfragen hinter Biden liegende Trump versucht die innere Sicherheit zu einem zentralen Wahlkampfthema zu machen. Er zeichnet des Schreckensszenario eines Landes, das bei einem Wahlsieg Bidens in Chaos und Anarchie versinken würde. Biden dagegen gibt dem Rechtspopulisten eine Mitschuld an der aufgeheizten Stimmung und Gewalt in den USA und verspricht, das Land bei einem Wahlsieg am 3. November wieder zu vereinen.

haz/gri (afp, dpa, rtr)

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