Keine Medaille für das deutsche Team | Sport | DW | 01.09.2011
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Sport

Keine Medaille für das deutsche Team

Der sechste Wettkampftag bei der Leichtathletik-WM bescherte dem deutschen Team keine Medaille. Dafür schürten Speerwerferin Christina Obergföll und auch Kugelstoßer David Storl die deutschen Medaillenhoffnungen.

Raul Spank fasst sich an den Kopf. Spank belegte den neunten Platz. (Foto: Thomas Lohnes/dapd)

Es reichte nur für Platz neun: Raul Spank

Nur ein einziger Deutscher hatte es in die sechs Final-Wettbewerbe des sechsten WM-Tages geschafft: Hochspringer Raul Spank. Bei der WM in Berlin 2009 hatte der 23-Jährige noch Bronze gewonnen, doch die Konkurrenz in Südkorea war dieses Mal stärker: Spank bewältigte lediglich die Höhe von 2,29 Meter, scheiterte dreimal deutlich an der nächsten Hürde von 2,32 Meter und landete damit auf Platz neun. "Heute war alles daneben", gestand Spank. "Ich hoffe, dass ich die Niederlage und den Frust, den ich jetzt habe, positiv verarbeiten kann." Gold ging an Jesse Williams aus den USA (2,35 Meter), Silber gewann der Russe Alexej Dmitrik (ebenfalls 2,35 Meter) und Trevor Barry von den Bahamas (2,32 Meter) holte Bronze. Der zweite deutsche Hochspringer Eike Onnen hatte mit 2,28 Metern erst gar nicht den Sprung in das Finale geschafft.

Überraschungssieg über 1500 Meter

Zieleinlauf bei dem 1500-Meter-Rennen der Frauen: Hannah England kommt nach Jennifer Barringer Simpson ins Ziel. (Foto: AP Photo/Anja Niedringhaus)

Erst staunen, dann jubeln: Siegerin Barringer Simpson (M.).

Die Amerikanerin Jennifer Barringer Simpson konnte es kaum fassen. Über 1500 Meter feierte die Außenseiterin nach einem grandiosen Rennen in 4:05:40 Minuten überraschend ihren größten Erfolg. Auch die Zweitplatzierte Hannah England aus Großbritannien (4:05:68 Minuten) strahlte vor Glück, Dritte wurde die Spanierin Natalia Rodriguez (4:05:87).

Ebenfalls an die USA ging der Titel über die 400 Meter Hürden der Frauen: Lashinda Demus siegte mit der drittschnellsten Zeit der Leichtathletik-Geschichte über diese Strecke in 52,47 Sekunden vor der Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Melaine Walker aus Jamaika (52,73) sowie der russischen Europameisterin Natalia Antjuk (53,85).

Bei den Männern sorgte David Greene für Jubel in Großbritannien. Der Europameister gewann in 48,26 Sekunden vor Javier Culson aus Puerto Rico (48,44) und dem Jahres-Weltbesten Louis van Zyl aus Südafrika (48,80). Für deutsche Glücksmomente hatte im Halbfinale kurzfristig Georg Fleischhauer gesorgt, der mit 48,72 Sekunden die beste Zeit eines deutschen Hürdenläufers seit mehr als einem Jahrzehnt lief. Trotzdem schied er aus.

Doppelsieg für Kenia

Für das vierte kenianische Gold bei dieser WM sorgte Ezekiel Kemboi. Er setzte sich im 3000-Meter-Hindernislauf in 8:14,85 Minuten gegen seinen Landsmann und Olympiasieger Brimin Kipruto (8:16,05) durch. Bronze ging an den französischen Olympiazweiten Mahiedine Mekhissi-Benabbad (8:16,09).

Die erste Goldmedaille für die Ukraine in Daegu gab es für Dreispringerin Olga Saladuga. Mit 14,94 Meter im ersten Versuch siegte die Europameisterin vor Olga Rypakowa aus Kasachstan (14,89 Meter) und der Kolumbianerin Caterine Ibargüen (14,84 Meter).

Obergföll unterstreicht Titel-Ambitionen

Christina Obergföll wirft den Speer. (Foto: Daniel Maurer/dapd)

Hofft auf Gold: Christina Obergföll

Mit einem eindrucksvollen Wurf auf 68,76 Meter in der Qualifikation hat Speerwerferin Christina Obergföll die Hoffnung auf eine deutsche Goldmedaille genährt. Es wäre ihr erster internationaler Titel. "Es war die beste Qualifikation meiner Karriere", strahlte die 30-Jährige, die gemeinsam mit Europameisterin Linda Stahl (60,21 Meter) und der Olympia-Achten Katharina Molitor (63,52 Meter) den Sprung in das Finale schaffte. Dabei übertraf Obergföll die tschechische Olympiasiegerin Babora Spotakova und ihre russische Konkurrentin Maria Abakumowa um jeweils mehr als fünf Meter. "Ich habe mir für die WM fest vorgenommen, persönliche Bestleistung zu werfen", kündigte sie an. Momentan liegt diese bei 70,20 Metern.

Zwei Deutsche im Weitsprungfinale

Christian Reif und Sebastian Bayer hatte zuvor niemand auf dem Zettel für einen der Podestplätze, jetzt sind die beiden deutschen Weitspringer ernsthafte Medaillen-Anwärter. Vor allem, weil mit Olympiasieger Irving Saladino aus Panama und dem südafrikanischen WM-Zweiten von 2009, Godfrey Mokoena, mehrere Favoriten vorzeitig ausschieden. Europameister Reif schaffte mit 8,13 Metern die drittbeste Leistung, Hallen-Europameister Bayer sprang 8,11 Meter. "Ich habe gesagt, dass man acht Meter springen muss, um ins Finale zu kommen und dass einige Favoriten ausscheiden", sagte Reif, der mit beiden Vorhersagen Recht behielt. "Deshalb sage ich jetzt: Ich gewinne eine Medaille." Die Medaillenchance sei da, so Bundestrainer Ulrich Knapp. Titelverteidiger Dwight Philipps aus den USA sorgte für die Bestmarke der Qualifikation. Er sprang auf 8,32 Meter.

Überraschungscoup durch Kugelstoßer Storl

David Storl stößt die Kugel. (Foto: Daniel Maurer/dapd)

David Sporl schockte die Konkurrenz

Für eine faustdicke Überraschung sorgte der 21-jährige David Storl bei der Qualifikation der Kugelstoßer: Mit einem U23-Europarekord von 21,50 Metern katapultierte sich der Deutsche zum ernsthaften Favoriten. Dabei übertraf er seine eigene Bestmarke um 45 Zentimeter. "Ich muss das erstmal bestätigen. Ich hoffe, dass es noch etwas weiter geht", sagte Storl, der auch seine Konkurrenz schockte. "Der Junge ist unglaublich, im Finale müssen wir aufpassen", staunte Titelverteidiger Christian Cantwell aus den USA. Auch Ralf Bartels schaffte die Qualifikation als Achtbester beider Gruppen, Marco Schmidt scheiterte.

Auch Speerwerfer Matthias de Zordo qualifizierte sich mit 82,05 Meter für das Finale. Gemeinsam mit Mark Frank (81,93 Meter) wirft er im Finale um eine Medaille. Titelverteidiger Andreas Thorkildsen aus Norwegen warf 81,83 Meter. Die Bestweite erreichte der Kubaner Guillermo Martínez (83,77 Meter).

Autorin: Olivia Fritz (mit sid, dpa)
Redaktion: Stefan Nestler

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