Keine Ruhe vor dem Generalstreik | Aktuell Europa | DW | 18.10.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Unabhängigkeitsbewegung

Keine Ruhe vor dem Generalstreik

Die Proteste in Katalonien gegen die Verurteilung von neun Separatistenführern zu langen Haftstrafen reißen nicht ab - trotz Aufrufen zum Gewaltverzicht. Barcelona steht der vorläufige Höhepunkt der Proteste noch bevor.

Spanien, Barcelona: Neue Demonstrationen (picture-alliance/AP/E. Morenatti)

Gewaltbereite Demonstranten liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei

Am Abend setzten Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung im Zentrum der katalanischen Hauptstadt Barcelona unter anderem Müllcontainer sowie Tische und Stühle von Straßencafés in Brand. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten wurden erneut mit Steinen und Böllern beworfen, wie spanische Medien berichteten.

Verhindern konnte die Polizei Zusammenstöße zwischen den Separatisten und Rechtsradikalen, die eine Gegenkundgebung veranstalteten. Mindestens elf Menschen seien festgenommen worden, teilte die Polizei der nordostspanischen Region auf Twitter mit. Es habe rund ein Dutzend Verletzte gegeben, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf die Notdienste. Demonstrationen gab es auch in anderen katalanischen Städten, darunter in Girona und Lleida.

Spanien Protestmarsch in Barcelona nach Gerichtsurteil gegen Separatisten (Reuters/J. Nazca)

Schon am Tag versammelten sich wieder Tausende Demonstranten in Barcelona

Es war bereits die vierte Nacht in Serie mit Straßenprotesten und Ausschreitungen. Ausgelöst wurden sie durch Urteile des Obersten Gericht in Madrid gegen neun Separatistenführer. Sie waren für ihre Rolle bei dem von der spanischen Justiz verbotenen Unabhängigkeitsreferendum 2017 zu bis zu 13 Jahren verurteilt worden. Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung Kataloniens von Spanien kam es auch immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und Festnahmen.

Der separatistische Regionalpräsident Quim Torra hatte die Gewalt erstmals in der Nacht zum Donnerstag kritisiert. "Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für anderen Vandalismus", sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung. Bei den Ausschreitungen gab es bereits dutzende Festnahmen und Verletzte.

Katalonien bereitet sich auf Ausstand vor

An diesem Freitag wollen die Separatisten Katalonien mit einem Generalstreik lahmlegen. In Barcelona werden auch die Teilnehmer eines Sternenmarschs erwartet. Tausende Menschen hatten sich in fünf Städten zu Fuß auf den Weg in die katalanische Hauptstadt gemacht.

Spanien Protestmarsch in Barcelona nach Gerichtsurteil gegen Separatisten (Reuters/J. Medina)

Zu Fuß auf dem Weg nach Barcelona

Die sozialistische Zentralregierung von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez weist die Forderungen konservativer Kräfte zurück, Katalonien erneut unter Zwangsverwaltung zu stellen, wie es schon nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 geschehen war.

"Clásico" wird verschoben

Wegen der anhaltenden Unruhen beschloss die spanische Fußball-Liga derweil, die als "Clásico" bekannte Begegnung der Top-Vereine FC Barcelona und Real Madrid zu verschieben. Das Spiel hätte ursprünglich am 26. Oktober in Barcelona stattfinden sollen. Für diesen Tag ist erneut eine Großdemonstration in der katalanischen Hauptstadt geplant. Das Fußballspiel wird vermutlich im Dezember nachgeholt.

ust/ml (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema