Dritte Krawallnacht in Barcelona | Aktuell Europa | DW | 16.10.2019
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Spanien

Dritte Krawallnacht in Barcelona

In der katalanischen Regionalhauptstadt ist es erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Unabhängigkeitsbefürworter setzten Autos und Barrikaden in Brand. Regionalpräsident Quim Torra verurteilte die Gewalt.

Die Polizei der Region im Nordosten Spaniens teilte mit, gewaltbereite Aktivisten hätten nicht nur Steine und Böller auf die Sicherheitskräfte geworfen, sondern auch "Gegenstände mit Säure". Es war bereits der dritte Tag mit massiven Demonstrationen in und um Barcelona, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt hatte.

Neben friedlichen Kundgebungen Zehntausender Unterstützer einer Abspaltung der Region von Spanien kam es dabei auch in den vergangenen Tagen immer wieder zu Krawallen mit vielen Verletzten und zahlreichen Festnahmen.

Barcelona Ausschreitungen nach Gerichtsurteil Separatisten (Reuters/A. Gea)

Längst nicht alle Demonstranten beteiligen sich an dem gewaltsamen Protest, sie gehen friedlich für die Unabhängigkeit Kataloniens auf die Straße

Kataloniens Regionalpräsident Quim Torra ist inzwischen der Aufforderung der Zentralregierung in Madrid nachgekommen und hat die Gewalt öffentlich verurteilt. In einer Fernsehansprache sagte Torra, "wir können nicht zulassen, dass diese Vorfälle in unserem Land passieren. Das muss jetzt sofort aufhören". Es gebe für brennende Autos und jede Form des Vandalismus "keinerlei Rechtfertigung". Die in Haft sitzenden Separatistenführer hatten sich bereits vorher auf Twitter von den Ausschreitungen distanziert.

Barcelona Ausschreitungen nach Gerichtsurteil Separatisten (picture-alliance/dpa/D. Zorrakino)

Brennende Autos in der Nacht zum Donnerstag in Barcelona

Erneute Zwangsverwaltung für Katalonien?

Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich am Mittwoch mit den Spitzen der Oppositionsparteien getroffen, um über die Lage zu beraten. Während konservative Kräfte sich dafür einsetzten, Katalonien erneut unter die Zwangsverwaltung Madrids zu stellen, plädierten linke Parteien für einen Dialog und eine politische Lösung.

Der Streit um die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens war 2017 eskaliert, als der damalige Regionalpräsident Carles Puigdemont ein von der spanischen Justiz höchstrichterlich als illegal eingestuftes Referendum zur Loslösung der Region von Spanien organisierte. Nach der Abstimmung rief die Regionalregierung Ende Oktober einseitig Kataloniens Unabhängigkeit aus. Die Zentralregierung in Madrid setzte daraufhin Puigdemont und sein Kabinett kurzerhand ab und übernahm kommissarisch die Regierungsgeschäfte.

Ex-Regionalpräsident Puigdemont gehört nicht zu den am Montag in Madrid verurteilten Separatisten. Er war 2017 nach Belgien geflohen und stand nicht vor Gericht. Die spanische Justiz hatte am Montag einen internationalen Haftbefehl für ihn reaktiviert.

qu/nob (dpa, afp, rtr)

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