Katalanen fordern ″Republik jetzt!″ | Aktuell Europa | DW | 11.03.2018
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Spanien

Katalanen fordern "Republik jetzt!"

Um für die Abspaltung Kataloniens von Spanien zu demonstrieren, sind wieder zehntausende Separatisten auf die Straße gegangen. Sie wollen eine Regierung, die die Gründung einer "Katalanischen Republik" vorantreibt.

Zu der Großkundgebung am Sonntagabend in Barcelona hatte die einflussreiche separatistische Organisation "Katalanische Nationalversammlung" (ANC) aufgerufen. Sie stand unter dem Motto "República, ara!" (Katalanisch für: Republik jetzt!). Viele Teilnehmer schwenkten die Flagge der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Die örtliche Polizei bezifferte die Zahl der Demonstranten auf etwa 45.000.

Spitzenpolitiker hinter Gittern

Die ANC fordert, dass sich die drei für die Unabhängigkeit eintretenden Parteien auf die Bildung einer Regionalregierung einigen und so schnell wie möglich eine "Katalanische Republik" ausrufen. Bei der Neuwahl des Regionalparlaments im Dezember hatten die Separatisten - zum Ärger der spanischen Zentralregierung in Madrid - wieder eine Mehrheit errungen. Jedoch gestaltet sich die Regierungsbildung schwierig: Viele katalanische Spitzenpolitiker sind im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom vergangenen Oktober und einem daraus resultierenden Unabhängigkeitsbeschluss inhaftiert oder ins Ausland geflohen - so wie Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont.

Jordi Sanchez (picture-alliance/AP Photo/P. White)

Kann nicht zum Regionalpräsidenten gewählt werden: Jordi Sánchez

Am Freitag hatte das Parlament in Barcelona die für diesen Montag geplante Sitzung zur Bildung einer neuen Regierung auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben. Ein Richter hatte zuvor den Antrag des Kandidaten für das Amt des Regierungschefs, Jordi Sánchez, auf vorübergehende Entlassung aus der U-Haft zur Teilnahme an der Sitzung abgelehnt. Der ehemalige ANC-Chef befindet sich seit mehr als vier Monaten wegen "umstürzlerischen Verhaltens" im Gefängnis.

Laut Gesetz darf der Regierungschef nicht in Abwesenheit vom Parlament gewählt werden. Das hatte das spanische Verfassungsgericht erst Ende Januar bei der Kandidatur des seit Oktober in Brüssel lebenden Puigdemont bestätigt. Er verzichtete schließlich auf eine Wiederwahl, woraufhin Parlamentspräsident Roger Torrent als Alternativ-Kandidaten Sánchez vorschlug.

wa/cgn (dpa, afp)

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