Kaschmir-Krise: Modi bleibt bei seiner Linie | Aktuell Asien | DW | 08.08.2019
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Indien contra Pakistan

Kaschmir-Krise: Modi bleibt bei seiner Linie

Mit Spannung wurde erwartet, was der indische Premier in der Krise um die Region Kaschmir sagen würde. Der Erzfeind Pakistan ist alarmiert - und schafft erste Fakten. Und Pakistan warnt gegenüber der DW vor einem Krieg.

Indiens Premierminister Narendra Modi (Reuters/A. Abidi)

Bringt er Frieden oder Krieg? Indiens Premier Narendra Modi

Indiens Premierminister Narendra Modi hat sich in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache angesichts der neuen Spannungen um die Region Jammu und Kaschmir erstmals an die Nation gewandt. Er erklärte, nach der Entscheidung seiner Regierung, den international anerkannten Sonderstatus für die Region aufzukündigen, sei hier "eine neue Ära" zu erwarten.

Modi sagte weiter, dass der bisher geltende Sonderstatus die wirtschaftliche Entwicklung des Kaschmir-Tals behindert und Terrorismus und Korruption gefördert habe. Zudem habe Pakistan den Status ausgenutzt, um "anti-nationalstische Gefühle" bei der Bevölkerung zu erzeugen. "Nun hat jeder in unserer Nation die gleichen Rechte und Pflichten", sagte Modi.

Indien Narendra Modi TV-Ansprache (picture-alliance/AP/C. Anand)

Menschen in Indien verfolgen Modis TV-Ansprache

Sein harter Kurs ist in der indischen Bevölkerung populär. Pakistan hingegen kritisiert das indische Vorgehen als "illegal". Die etwas überrumpelte Regierung in Islamabad warnte bereits lautstark, dass das indische Verhalten zu neuer Gewalt in der Region und vielleicht auch zu einem Zusammenstoß der beiden Nuklearmächte führen könne - mit "unvorstellbaren Konsequenzen", wie Ministerpräsident Imran Khan es ausdrückte.

Samjhauta Express Zug (Getty Images/AFP/N. Nanu)

Wird eingestellt: der so symbolträchtige Samjhauta Express

Pakistan will im Streit die wichtige Eisenbahnverbindung zu seinem Nachbarland kappen. "Wir haben beschlossen, den Samjhauta Express einzustellen", sagte der pakistanische Bahnminister Sheikh Rasheed auf einer Pressekonferenz in Islamabad. Solange er Bahnminister sei, könne diese Verbindung zwischen der pakistanischen Stadt Lahore und der indischen Hauptstadt Neu-Delhi nicht betrieben werden. Pakistan hat zudem bereits angekündigt, den indischen Botschafter aus Islamabad auszuweisen und seinen neu ernannten Botschafter gar nicht erst nach Neu-Delhi zu entsenden. Indien und Pakistan streiten seit Jahrzehnten um die vollständige Kontrolle über die Himalaja-Region. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 haben die beiden Staaten bereits drei Mal Krieg gegeneinander geführt. Vor einigen Monaten hatte Indien erstmals seit dem Krieg 1971 Angriffe auf pakistanisches Gebiet geflogen.

"Glauben Sie mir ... "

Dass die Lage überaus ernst ist, verdeutlichte auch der Minister für Wissenschaft und Technologie der pakistanischen Regierung, Fawad Chaudhry. Im Gespräch mit der Deutschen Welle sagte Chaudry: "Ich will nicht in das Kriegstreiben einsteigen. Aber glauben Sie mir: Wenn es Krieg zwischen Indien und Pakistan gibt, dann wird das nicht ein konventioneller Krieg sein, der auf einen Staat beschränkt ist. Die Ausläufer eines solchen Krieges werden spürbar sein in Hauptstädten wie Berlin und Washington, von Riad bis Teheran." 

Sorge weltweit

Die Vereinten Nationen zeigen sich naturgemäß "tief beunruhigt" über die Entwicklungen im indischen Teil Kaschmirs. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte erklärte, die Menschenrechtslage in der Himalaya-Region verschlechtere sich. Nach Agenturberichten sind in der Region mehr als 500 Menschen, darunter auch Universitätsprofessoren und Geschäftsleute, inzwischen inhaftiert.

ml/sti (dpa, AFP, epd, AP)

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