Kai Havertz unterstreicht seinen Marktwert | Sport | DW | 06.04.2019
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Bundesliga

Kai Havertz unterstreicht seinen Marktwert

100 Millionen Euro soll die unglaubliche Summe sein, die Bayer Leverkusen für sein Fußball-Juwel verlangt. Gegen RB Leipzig zeigt Kai Havertz einmal mehr, warum das Preisschild eigentlich "unverkäuflich" lauten sollte.

Rudi Völler sah sich zu einem Machtwort gezwungen. Nach wochenlangen Spekulationen um die Zukunft des größten Talents in den Reihen von Bayer Leverkusen stellte der Geschäftsführer des Werksvereins klar: "Kai wird bei uns bleiben. Unabhängig vom Ausgang der Saison", sagte Rudi Völler - wohlgemerkt vor der Partie gegen RB Leipzig. Das Spiel dürfte ihn in seiner Überzeugung bestätigt haben.

Denn von Beginn an war Havertz da, wo ein Offensivspieler sein muss: immer an der richtigen Stelle. Gemeinsam mit seinen Kollegen Leon Bailey und Julian Brandt wirbelte er durch die Defensivreihe von RB Leipzig. Nach zehn Minuten verwandelte Havertz einen Elfmeter abgezockt und überlegt zur Führung der Werkself. Längst ist er mit seinen 19 Jahren Elfmeterschütze bei Leverkusen, ein Privileg, das eigentlich erfahrenen Spielern gebührt. Und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Marcel Sabitzer per direktverwandeltem Freistoß (17.) war es nur sechs Minuten später erneut Havertz, der Bayer jubeln ließ: mit einem Weltklassetor aus der Drehung und mit viel Gefühl im Fuß traf der Youngster an den Innenpfosten und von dort prallte der Ball ins Tor. Sein 15. Saisontor, sieben weitere bereitete er vor.

Havertz mit Selbstkritik nach zwei Treffern

Dass es am Ende trotz der doppelten Führung durch Havertz dennoch nicht zu einem Heimsieg für Bayer Leverkusen reichte, lag nicht an dem Offensivtalent der Werkslelf, sondern an der Fahrlässigkeit der eigenen Defensive und etwas Pech mit Schiedsrichter Tobias Welz. Der gab einen fragwürdigen Handelfmeter für Leipzig, der nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Timo Werner (64.) in der 72. Minute zum 2:3 aus Sicht der Leverkusener führte - Emil Forsberg verwandelte. Matheus Cunha (83.) machte alles klar und traf sehenswert zum 2:4 (2:1)-Endstand.

Fußball Bundesliga Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig (picture-alliance/Zumapress/O. Faisal)

In der 2. Halbzeit war Leipzig in den entscheidenden Szenen wacher - wie hier beim Duell Demme (l.) gegen Havertz (r.)

Und Havertz? Der Youngster schaute konsterniert und enttäuscht drein, als der Unparteiische das Spiel abpfiff. "Wir haben uns mehr erhofft. In der ersten Halbzeit haben wir dominiert", rätselte Havertz nach dem Spiel im "Sky"-Interview und fügte selbstkritisch an: "13 Gegentore in den letzten Spielen sind zu viel. Wir laufen in viele Kontersituationen und das fängt vorne an."

Auch Löw setzt fest auf ihn

Auch wenn dieser Rückschlag auf dem Weg zu einem nun weniger wahrscheinlichen Europapokal-Platz weh tut - Havertz gehört die Zukunft. Drei Länderspiele bestritt er bereits für Deutschland und es scheint klar, dass Bundestrainer Joachim Löw fest mit ihm plant. Havertz, der in Aachen geboren wurde und bei der dort ansässigen Alemannia zwei Jahre lang ausgebildet wurde, wechselte bereits 2010 nach Leverkusen, wo er anschließend alle Jugendmannschaften durchlief. Früh weckten seine Leistungen Hoffnungen - und riefen zahlreiche Interessenten auf den Plan.

Nach angeblichen ersten Vorstößen von FC Barcelona, Real Madrid, Manchester City und FC Chelsea war Kai Havertz in den vergangenen Wochen mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht worden. 100 Millionen Euro Ablöse hätte Bayer Leverkusen für den 19-Jährigen verlangt, berichtete "Sport Bild". Ob diese Summe stimmt oder nicht, lässt sich nicht verifizieren. Aber: Bayer könnte in der Tat eine solche Ablöse fordern, denn der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft noch bis Ende Juni 2022 und er beinhaltet keine Ausstiegsklausel, so Völler. Bayer 04 tue alles dafür, "damit wir in der nächsten Saison wieder international spielen".

Genau das könnte nun zum Knackpunkt werden: Verpasst Bayer 04 das internationale Geschäft, könnten Kai Havertz und sein Management die Situation anders beurteilen als es Rudi Völler lieb ist. Angesprochen auf das klare Wechsel-Dementi von Völler blieb der junge Havertz jedenfalls vieldeutig: "Nach so einem Spiel will ich mich über solche Sachen nicht äußern."

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