Kölner Demirci erneut in Istanbul vor Gericht | Aktuell Europa | DW | 14.02.2019
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Menschenrechte

Kölner Demirci erneut in Istanbul vor Gericht

Zur zweiten Verhandlung sind einige Beobachter aus Deutschland in die Türkei gereist. Der Anwalt Demircis hofft auf eine Freilassung des seit April inhaftierten deutschen Staatsbürgers.

Zur Beobachterdelegation im Gerichtssaal in Istanbul gehören unter anderem der SPD-Abgeordnete Rolf Mützenich, der Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff sowie der deutsche Generalkonsul Michael Reiffenstuel. Sie alle wollen dabei sein, wenn das Gericht über einen Antrag auf Freilassung Adil Demircis entscheidet. Der Anwalt des 33-Jährigen, Mustafa Peköz, hatte sich am Mittwoch optimistisch gezeigt. Er erwarte, dass sein Mandant während der Verhandlung freigelassen werde.

Demirci sitzt seit April in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) vor. Die Partei gilt in der Türkei als Terrororganisation. Demirci soll unter anderem "im Namen der MLKP" in den Jahren 2013 bis 2016 an "unerlaubten Demonstrationen mit Molotow-Cocktails" teilgenommen haben, heißt es in der Anklageschrift.

Demirci bestreitet Vorwürfe

Beim Prozessauftakt am 20. November bestätigte Demirci die Teilnahme an Beerdigungen von MLKP-Mitgliedern und Kämpfern der kurdischen YPG, die in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gekämpft haben. Er bestritt jedoch, Mitglied einer "Terrororganisation" zu sein. Mehrere Anwälte kritisierten, allein die Teilnahme an den Beerdigungen könne nicht strafbar sei.

Auch Vertreter von Demircis Arbeitgeber Internationaler Bund forderten eine Freilassung. Demirci war zuletzt in Remscheid als Sozialarbeiter mit jugendlichen Migranten tätig. Zudem soll er freiberuflich als Journalist für die linke Nachrichtenagentur Etha gearbeitet haben. Die Festnahme erfolgte im April in Istanbul. Seitdem sitzt der 33-Jährige im Gefängniskomplex Silivri ein.

Im Interview mit der Deutschen Welle erklärte Demirci, er sei von den Ermittlungen gegen ihn überrascht gewesen. Die Polizei habe dabei auch keine Beweisstücke oder Dokumente gefunden, die gegen ihn hätten verwendet werden können. Gleichzeitig forderte er von Deutschland mehr Engagement auf diplomatischer Ebene.

djo/rb (afp, dpa)

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