Kämpfe in Idlib unvermeidbar? | Aktuell Nahost | DW | 07.09.2018
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Diplomatisches Tauziehen

Kämpfe in Idlib unvermeidbar?

Ein von der Türkei geforderter Waffenstillstand für das Rebellengebiet wurde bei der Syrien-Konferenz in Teheran strikt abgelehnt. Russland und der Iran wollen so lange kämpfen, bis alle Extremisten vertrieben sind.

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Syrien: Sorge vor einem Massaker in Idlib wächst (06.09.2018)

Russland, Iran und die Türkei haben bei ihrem Gipfeltreffen indes deutlich gemacht, dass sie die Extremisten-Organisationen "Islamischer Staat" (IS) und Nusra-Front in Syrien vernichten wollen. Zugleich wollten sie sich für die Einheit Syriens starkmachen, wie es in einer gemeinsamen Erklärung der drei Präsidenten Wladimir Putin, Hassan Rohani und Recep Tayyip Erdogan heißt.

Syrien Idlib Demonstration gegen Militäroffensive der Regierungstruppen (Getty Images/AFP/Z. Al Rifai)

In der Provinzhauptstadt Idlib kam es zu Protesten gegen die geplante Militäroffensive der syrischen Armee

In der nur vage gehaltenen Erklärung heißt es weiter, man wollle versuchen, Wege zu finden, die Situation in der Rebellenhochburg Idlib zu lösen. Man sei entschlossen, Zivilisten zu schützen und die humanitäre Situation zu verbessern.

Das Regime in Damaskus bereitet derweil seine von Russland und dem Iran unterstützte Armee auf eine Offensive zur Einnahme von Idlib vor. In der Provinz sind neben der Nusra-Front und dem IS noch andere Rebellengruppen aktiv, die teilweise von der Türkei unterstützt werden. Daneben halten sich rund drei Millionen Zivilisten dort auf.

Syrien Angriffe Provinz Idlib (Getty Images/AFP/A. Al-Dyab)

Bereits seit Tagen kommt es immer wieder zu einzelnen Luftangriffen auf das Rebellengebiet

Der türkische Präsident Erdogan ist strikt gegen einen Angriff auf die Provinz im Nordwesten Syriens, weil er in dem Fall fürchtet, dass bis zu 2,5 Millionen Menschen in sein Land flüchten könnten. Bei dem Dreiergipfel warnte er vor einem "Blutbad" und einer "humanitären Tragödie" und rief zu einer Feuerpause auf, der Putin jedoch sofort widersprach: Mit der Nusra-Front und dem IS werde nicht verhandelt. Wie der russische Präsident erklärte auch sein iranischer Kollege Rohani, der Kampf werde fortgesetzt, bis alle Militanten aus Syrien vertrieben seien.

Syrien Flüchtlinge Provinz Idlib (Getty Images/AFP/A. Watad)

Aus Furcht vor weiteren Luftangriffen flüchten die ersten Bewohner Idlibs

Putin pochte darauf, die Hoheit der Regierung in Damaskus im ganzen Land wiederherzustellen. Präsident Baschar al-Assad habe das Recht, das gesamte Territorium wieder unter Kontrolle zu bringen.

Mit seinen beiden Kollegen habe er über "konkrete Schritte zu einer Stabilisierung der im vergangenen Jahr eingerichteten 'Deeskalationszone' in Idlib gesprochen. Das sieht unter anderem die Möglichkeit der Versöhnung mit denjenigen vor, die zu einem Dialog bereit sind", so Putin vor Journalisten.

Laut Erdogan sollen in den kommenden Tagen weitere Treffen von Abgesandten der drei Gipfelteilnehmer folgen. Die Staatschefs wollen sich das nächste Mal in Russland treffen.

uh/ww(dpa, rtr, afp)

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