Jeremy Hunt sieht Risiko eines Brexits ohne Abkommen | Aktuell Europa | DW | 23.07.2018
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Großbritannien

Jeremy Hunt sieht Risiko eines Brexits ohne Abkommen

Der neue britische Außenminister Jeremy Hunt hat eindringlich vor dem ungeordneten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union gewarnt. Die EU-Unterhändler müssten ihre Strategie ändern, verlangte er in Berlin.

Deutschland | Jeremy Hunt in Berlin (picture-alliance/dpa/AA/A. Hosbas)

Der britische Außenminister Jeremy Hunt (l) und sein deutscher Kollege Heiko Maas

 "Ohne eine wirkliche Änderung der Herangehensweise der EU-Verhandlungsführer besteht jetzt die Gefahr", dass es am Ende ungewollt keinen Deal geben werde, führte Hunt nach einem Gespräch mit seinem deutschen Kollegen Heiko Maas aus. Dies liege daran, dass derzeit viele in der EU der Ansicht seien, man müsse nur lange genug warten und dann würden die Briten schon nachgeben.

Doch das werde nicht passieren, so Hunt. Die EU müsse daher ihren Verhandlungsansatz ändern. Ein ungeordneter Brexit könnte die Beziehungen mit der EU nachhaltig schädigen, sagte er weiter.

Die Zeit wird knapp

Großbritannien will am 29. März 2019 die EU verlassen. Doch die Brexit-Verhandlungen stocken in entscheidenden Punkten, vor allem in der irischen Grenzfrage. Großbritannien möchte nach dem Brexit eine Freihandelszone für Waren und Agrarprodukte, aber nicht für Dienstleistungen. Brüssel wirft London Rosinenpickerei vor.

Falls kein Abkommen zustande kommt, scheidet Großbritannien ungeregelt aus der EU aus. Maas betonte, dass die Bundesregierung das vermeiden wolle. Beide Politiker waren sich einig, dass ihnen auch nach einem Brexit an einer engen und freundschaftlichen Partnerschaft gelegen sei. Die Beziehungen könnten jedoch einen Riss bekommen, sollte der Brexit ungeordnet verlaufen, warnte Hunt.

Der 51-Jährige ist Nachfolger des Brexit-Hardliners Boris Johnson, der vor zwei Wochen aus Unzufriedenheit mit der Politik von Premierministerin Theresa May zurückgetreten war. Vor dem Brexit-Referendum 2016 hatte Hunt noch für den Verbleib Großbritanniens in der EU geworben.

uh/kle (dpa, afp, rtr)

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