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Epstein-Skandal: Hillary Clinton macht Druck auf Trump

27. Februar 2026

Die Ex-Außenministerin wurde vom US-Repräsentantenhaus befragt. Sie selbst habe keine Kontakte zum Sexualstraftäter gehabt, versicherte Hillary Clinton. Die Abgeordneten sollten aber Donald Trump zu einer Anhörung laden.

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Hillary Clinton nach Aussage vor dem House Oversight Committee im Fall Epstein (26.02.2026)
Ex-Außenministerin Clinton beteuert, den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nie getroffen zu habenBild: David Dee Delgado/Getty Images/AFP

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die frühere Außenministerin der Vereinigten Staaten, Hillary Clinton, eine Kongressanhörung von Präsident Donald Trump verlangt. Clinton forderte vor dem zuständigen Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, dieser solle Trump "unter Eid zu den zehntausenden Malen befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht". Sie selbst wisse nichts, beteuerte die 78-Jährige. 

Nie begegnet, nie besucht

Sie habe keine Ahnung von den kriminellen Aktivitäten Epsteins und dessen Komplizin Ghislaine Maxwell gehabt, sagte Clinton den Abgeordneten laut einer von ihr veröffentlichten Erklärung. "Ich erinnere mich nicht daran, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin niemals mit seinem Flugzeug geflogen oder habe seine Insel, Häuser oder Büros besucht", betonte die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton.

Der für den Epstein-Fall zuständige Ausschuss hörte Clinton hinter verschlossenen Türen in einem Kulturzentrum nahe ihrem Haus in Chappaqua im Bundesstaat New York an. An diesem Freitag wollen die mehrheitlich republikanischen Abgeordneten ihren Mann befragen, den früheren Präsidenten Bill Clinton. Die Clintons - beide Demokraten - hatten sich zunächst gegen die Vorladung gewehrt und gaben erst nach, als die Republikaner mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses drohten. 

Werden Akten zu Trump bewusst zurückgehalten?

Kurz vor der Befragung von Hillary Clinton hatten der Radiosender NPR und die Zeitung "New York Times" berichtet, das Justizministerium habe bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten Dokumente zurückgehalten, in denen eine Frau Missbrauchsvorwürfe gegen Trump erhebt. Dabei geht es um Unterlagen der Bundespolizei FBI. Darin sollen Befragungen einer Frau zusammengefasst sein, die 2019 nach der Verhaftung Epsteins angegeben hatte, als Minderjährige sowohl von Epstein als auch von Trump sexuell missbraucht worden zu sein.

Pam Bondi zeigt bei einer Anhörung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses mit angriffslustigem Gesichtsausdruck auf jemanden (11.02.2026)
Justizministerin Pam Bondi: Die Demokraten werfen der Trump-Vertrauten vor, Akten zurückzuhaltenBild: Tom Williams/CQ Roll Call/Newscom World/IMAGO

Der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer, nannte eine Befragung Trumps jedoch nicht nötig. Der Präsident werde ohnehin jeden Tag von Journalisten zu seinem Wissen über den Fall und über seine Beziehung zu Epstein befragt, sagte Comer.

Dagegen richtete der Anführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer eine Warnung an Justizministerin Pam Bondi. Sie dürfe nicht Akten zurückzuhalten oder gar vernichten. "Die Wahrheit wird ans Licht kommen - die ganze hässliche Wahrheit darüber, was sie tut, um Leute in den Akten zu schützen", sagte Schumer.

Wollen keine "Hexenjagd" versichert Comer

Die Demokraten sehen in der Vorladung der Clintons ein politisches Manöver, um von Trumps eigener Verstrickung in den Epstein-Skandal abzulenken. Diesen Vorwurf wies Comer zurück. Die Befragung der Clintons sei "keine parteiische Hexenjagd", betonte der Republikaner. Niemand werfe dem Paar derzeit ein Fehlverhalten vor.

Viele jüngst veröffentlichte Fotos aus den Epstein-Akten zeigen den früheren Präsidenten Bill Clinton. Auf einem Bild liegt dieser in einem Whirlpool, auf einem anderen schwimmt er neben einer dunkelhaarigen Frau, womöglich Epsteins Komplizin Maxwell. Nach Angaben aus Bill Clintons Umfeld flog er zudem mindestens vier Mal in Epsteins Privatflugzeug mit. 

Erst dagegen, dann dafür

Präsident Trump hatte sich zunächst monatelang gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten gewehrt, bevor der Kongress auch mit den Stimmen seiner Republikaner deren Freigabe erzwang. Bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen eine enge Beziehung zwischen Epstein und Trump nahe. Ein Fehlverhalten konnte dem amtierenden Präsidenten bislang aber nicht nachgewiesen werden.

USA 2025 | Jeffrey Epstein und Donald Trump (1997)
Frühere Bekannte Epstein und Trump (1997)Bild: Capital Pictures/picture alliance

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er damals aber nur 13 Monate im Gefängnis absitzen.

Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

haz/AR (afp, dpa, rtr)

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