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Jeder zehnte neue Bundeswehr-Soldat ist minderjährig

31. März 2024

Die Zahl der Rekruten bei der Bundeswehr ist 2023 fast unverändert geblieben. Gestiegen ist allerdings der Anteil der 17-Jährigen - trotz gegenläufiger Bestrebungen der Bundesregierung.

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Symbolbild | Bundeswehr-Rekruten und Rekrutinnen in Reih und Glied
Rund zehn Prozent aller Rekruten bei der Bundeswehr waren bei ihrer Einstellung noch nicht 18Bild: Christophe Gateau/dpa/picture alliance

Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr rund 18.800 neue Soldatinnen und Soldaten eingestellt. Dabei ist der Anteil Minderjähriger unter den Rekruten erneut gestiegen: 1996 Soldaten waren zum Zeitpunkt ihrer Einstellung erst 17 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 10,6 Prozent nach 9,4 Prozent im Vorjahr. Das geht aus einer Übersicht hervor, die das Bundesverteidigungsministerium auf Anfrage mitgeteilt hat.

Keine Einstellung ohne Test

SPD, Grüne und FDP hatten im Koalitionsvertrag im Bund vereinbart, dass Ausbildung und Dienst an der Waffe volljährigen Soldatinnen und Soldaten vorbehalten sein sollen. Das Verteidigungsministerium erklärte nun, dass 17 Jahre alte Bewerber nur dann eingestellt würden, "wenn sie ein umfassendes physisches und psychologisches Eignungstestverfahren bestehen".

Die militärische Ausbildung berücksichtige zudem umfangreiche Schutzregelungen für die Minderjährigen: "Konkret heißt das: keine Teilnahme an Wachdiensten oder Auslandseinsätzen, Gebrauch der Waffe nur für Ausbildungszwecke."

Frauenanteil bei 15 Prozent

Insgesamt haben im vergangenen Jahr exakt 15.935 Männer und 2867 Frauen den Dienst bei der Bundeswehr angetreten, in Summe also 18.802 Rekruten. Das sind minimal mehr als im Jahr zuvor: 2022, im Jahr des russischen Angriffs auf die Ukraine, war die Zahl der neuen Rekruten um rund zwölf Prozent auf 18.775 gestiegen. Das Vor-Corona-Niveau wurde damit jedoch nicht erreicht.

Im Jahr 2019 hatten 20.170 Soldaten ihren Dienst aufgenommen. Der Frauenanteil ging mit nun 15 Prozent nach einem Anstieg im Vorjahr auf 17 Prozent wieder etwas zurück. Auch 2019 hatte der Frauenanteil bei 15 Prozent gelegen.

Allgemeine Dienstpflicht?

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, hatte zuletzt Sympathie für die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht in Deutschland gezeigt. Er halte die Debatte für "absolut richtig", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, im DW-Interview Mitte Februar am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz
Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, plädiert für eine allgemeine Dienstpflicht (Archiv)Bild: Dirk Thiele/DW

"Neben Krankenhäusern, Sozialeinrichtungen, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk wäre die Bundeswehr ein Ort, an dem man seinen Dienst leisten kann", sagte er. Eine militärische Grundausbildung würde dann "ein halbes Jahr oder noch kürzer" dauern. 

haz/sti (dpa, epd)