Jean Paul Gaultier sagt der Haute Couture au revoir | Kultur | DW | 22.01.2020
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Modedesign

Jean Paul Gaultier sagt der Haute Couture au revoir

Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier präsentiert an diesem Mittwoch seine allerletzte Haute-Couture-Show in Paris. Ist dies das Ende einer 50 Jahre andauernden Karriere - oder der Anfang von etwas Neuem?

Die Nachricht kam überraschend: Der weltberühmte Star-Designer Jean Paul Gaultier verabschiedet sich aus der Welt der Haute Couture. Nach der Schau am 22. Januar im Théâtre du Châtelet in Paris soll Schluss sein; das gab der französische Modeschöpfer vergangene Woche via Twitter bekannt.


Mit der Abschieds-Schau wolle er seine 50-jährige Karriere in der Modebranche feiern, erklärte Gaultier und versicherte gleichzeitig, dass es mit dem Haute-Couture-Modehaus "Gaultier Paris" dennoch weitergehe. Es gebe bereits ein neues Projekt, mit dem er bald an die Öffentlichkeit gehen werde, so der 67-Jährige Franzose. 

Keine Lust auf Konventionen

Seine Karriere hatte Gaultier 1970 im Alter von 18 Jahren als Assistent des Designers Pierre Cardin begonnen. Seine als Bewerbung eingeschickten Entwürfe überzeugten, dabei hatte er zuvor nie eine Ausbildung als Modezeichner absolviert. Sechs Jahre später erschien Gaultiers erste Kollektion. Von 1997 an widmete er sich auch der Haute Couture.

Bewusst holte der französische Modedezar immer wieder Persönlichkeiten auf den Laufsteg, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen - wie etwa die kleine, füllige Frontsängerin der Band Gossip, Beth Ditto. Kleider und Röcke entwarf er nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer.

Conchita Wurst bei einer Modeschau von Jean Paul Gaultier (AFP/Getty Images/M. Medina)

Für Gaultier lief ESC-Gewinnerin Conchita Wurst in einem langen schwarzen Tüllkleid über den Laufsteg

Jean Paul Gaultier war der erste Modedesigner, der mit androgynen Models wie Tanel Bedrossiantz zusammenarbeitete. Auch den Transvestiten und Eurovision-Contest Star von 2014, Conchita Wurst, holte der Modemacher auf den Laufsteg. Der menschliche Körper ist Grundlage für seine Arbeit. Dabei hinterfragt er nicht nur Geschlechterrollen, sondern auch den Umgang mit Nacktheit und Erotik.

Gaultiers Markenzeichen

Der gestreifte Seemannslook ist ein Markenzeichen von Gaultier und durchaus alltagstauglich. Das kann man von den meisten seiner Schöpfungen nicht gerade behaupten. Doch darauf kommt es nicht unbedingt an, denn Gaultier will mit seiner Mode eine Haltung ausdrücken. 

2014 zog sich der exzentrische Modedesigner bereits vom Prêt-à-porter zurück, nun folgt die Haute Couture. Doch wie Gaultier in seiner Videobotschaft auf Twitter versichert, ist seine Schaffenszeit noch lange nicht beendet. Man darf gespannt sein, womit der Franzose die Modewelt als Nächstes überraschen wird.

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