Japans Bevölkerung schrumpft rasant | Aktuell Asien | DW | 10.07.2019
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Demografischer Wandel

Japans Bevölkerung schrumpft rasant

Niedrige Geburtenrate, steigende Lebenserwartung: Japan schrumpft und altert im Rekordtempo. Besonders die Wirtschaft bekommt die Folgen zu spüren.

Dass die Zahl der Japaner sinkt, ist keine große Überraschung. Der Bevölkerungsrückgang begann vor zehn Jahren und dauert seitdem an. Doch nun stellt das fernöstliche Land einen neuen Rekord auf. Laut Regierung leben in Japan derzeit über 433.000 Japaner weniger als noch im Vorjahr. Das ist der stärkste Rückgang seit der Erfassung solcher Daten im Jahr 1968. Erstmals sank auch die Zahl der Einwohner, die in Tokio, Nagoya und Osaka, den drei bevölkerungsreichsten Gebieten des Landes, leben.

Die Zahl der Geburten fiel demnach im vergangenen Jahr auf 921.000. Damit kamen in Japan im dritten Jahr in Folge weniger als eine Million Babys auf die Welt. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass junge Japanerinnen und Japaner immer später heiraten und die Geburt des ersten Kindes hinausschieben.

Bisher keine umfassende Immigrationspolitik

Dazu kommt: Nach heutigem Stand hat Japan mit 28 Prozent den größten Anteil von über 64-Jährigen weltweit. In einigen Wirtschaftssektoren herrscht bereits ein akuter Mangel an Arbeitskräften, der nun durch eine begrenzte Aufnahme an ausländischen Gastarbeitern gedämpft werden soll. Bisher konnte sich die Regierung in Tokio zu keiner umfassenden Immigrationspolitik durchringen.

Weltweit schreitet die Alterung der Bevölkerung voran. Während heute nur knapp jeder zehnte Erdenbürger 65 Jahre oder älter ist, wird es bis 2050 schon jeder Sechste sein. Das gab das deutsche Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) bekannt. Vor allem in Lateinamerika und Asien wird Schätzungen zufolge der Anteil alter Menschen zunehmen. Dort werde er sich von derzeit neun Prozent bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln, teilte das BiB mit. 

mir/hk (dpa, kna, Japan Times)

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