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Japans Armee ist alarmbereit

29. Januar 2016

Damit reagiert Tokio auf Meldungen, wonach das kommunistische Regime in Nordkorea den Test einer Langstreckenrakete plant. Doch noch rätselt die Welt darüber, wie weit die Vorbereitungen dafür gediehen sind.

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Die nordkoreanische Raketenbasis Sohae - hier der Start einer Unha-3-Rakete im Dezember 2012 (Foto: picture-alliance/AP Photo/KRT)
Die nordkoreanische Raketenbasis Sohae - hier der Start einer Unha-3-Rakete im Dezember 2012Bild: picture-alliance/AP Photo/KRT

Japan hat seine Streitkräfte wegen eines möglicherweise bevorstehenden Starts einer nordkoreanischen Langstreckenrakete in Alarmbereitschaft versetzt. Das sagten zwei Personen, die direkte Informationen über den Befehl haben, der Nachrichtenagentur Reuters. "Die erhöhte Aktivität am nordkoreanischen Raketenstartplatz lässt darauf schließen, dass in den nächsten Wochen ein Start bevorsteht", sagte einer der Insider, der namentlich nicht genannt werden wollte. Erst kürzlich hatte Nordkorea einen Atomsprengsatz getestet und sogar von einer Wasserstoffbombe gesprochen. Dies wird von Experten allerdings bezweifelt.

Japan hat den Angaben zufolge Schiffe mit Abwehrsystemen in Alarmbereitschaft versetzt, um anfliegende Sprengköpfe zu zerstören. Mehr noch als einen direkten Angriff befürchtet Tokio aber den Absturz von Raketenteilen auf sein Territorium. Ein nordkoreanischer Raketentest kurz nach dem Nukleartest würde in der Region die Befürchtungen bestärken, dass das autoritär geführte Land Raketen mit Atomsprengköpfen bestücken will. Damit wäre Nordkorea in der Lage, Südkorea, Japan und sogar die USA mit Atomwaffen zu bedrohen.

Auch Experten der Johns-Hopkins-Universität unsicher

Die Informationen zu den möglichen Vorbereitungen Nordkoreas für einen Raketentest kamen unter anderem vom US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität in Washington. Allerdings deuteten neue Satellitenbilder von der Raketen-Startanlage in Sohae an der koreanischen Westküste bisher auf "Aktivitäten von geringem Umfang" hin, berichtet das Institut auf seiner Website "38 North". Es könne sich um eine frühe Vorbereitungsphase handeln. In einem solchen Fall sei ein Raketentest in der nächsten Woche unwahrscheinlich. In diese Richtung war in Japan spekuliert worden. "38 North" räumt jedoch einen hohen Grad an Unsicherheit ein. So seien beispielsweise Teile der Startplattform verdeckt. Theoretisch könne sich dort eine Satelliten-Trägerrakete befinden. Auch gebe es keine kontinuierliche Beobachtung des Startgeländes.

Nordkorea hatte Ende 2012 in Sohae eine Weltraumrakete gestartet und behauptet, einen Satelliten ins All gebracht zu haben. Die USA warfen dem abgeschotteten Land vor, einen verdeckten Test für atomar bestückbare Interkontinentalraketen unternommen zu haben. Der vierte Atomtest Nordkoreas am 6. Januar löste erneut weltweit Empörung aus. Im UN-Sicherheitsrat wird derzeit über neue Sanktionen gegen Pjöngjang diskutiert. Resolutionen des Weltsicherheitsrats verbieten es dem isolierten Land, militärische Raketen zu testen.

USA: Erfolgreicher Test von Raketen-Abwehrsystem

Die USA testeten unterdessen nach offiziellen Angaben erfolgreich eine verbesserte Variante ihres Abwehrsystems für Interkontinentalraketen. Das von den Unternehmen Boeing und Raytheon gebaute Abwehrsystem soll anfliegende Sprengköpfe noch im Weltall durch eine Kollision zerstören. Dazu starten am Boden stationierte Raketen, die außerhalb der Atmosphäre die Ziele identifizieren, ansteuern und zerstören sollen. Frühere Versionen der Abwehrwaffe hatten sich als nicht sehr effektiv erwiesen.

sti/fab (afp, dpa, rtr)