Japan verlässt Internationale Walfangkommission | Aktuell Welt | DW | 26.12.2018
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Bedrohte Meeressäuger

Japan verlässt Internationale Walfangkommission

Das Land tritt wie angedroht aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus. Erstmals seit rund drei Jahrzehnten will Japan damit ab Juli nächsten Jahres wieder kommerziell Jagd auf die riesigen Meeressäuger machen.

Regierungssprecher Yoshihide Suga betonte, der Walfang werde sich aber auf Japans Hoheitsgewässer und exklusive Wirtschaftszonen beschränken. "Wir werden nicht in den antarktischen Gewässern oder in der südlichen Hemisphäre jagen".

Der Schritt ist zwar keine Überraschung, dürfte der Regierung in Tokio aber scharfe Kritik einbringen. Japan war im September in der IWC mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang gescheitert. Die japanische Regierung warnte daraufhin, man sehe sich zu einer "grundlegenden Neubewertung seiner Position als Mitglied der IWC veranlasst".

Eine Lücke im Vertrag

Der kommerzielle Walfang ist seit dem Jahr 1986 durch ein Moratorium international verboten. Japan nutzte aber eine Lücke in der Vereinbarung, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Das Land machte deshalb stets wissenschaftliche Gründe für den Walfang geltend, das Fleisch getöteter Wale wurde aber anschließend zum Verzehr verwendet.

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Jagd auf gefährdete Wale

Japan argumentiert nun, die Walbestände hätten sich so weit erholt, dass der kommerzielle Walfang wieder zugelassen werden könne. Die beiden anderen großen Walfangnationen Island und Norwegen haben sich offen dem Fangverbot von 1986 widersetzt.

Kritik von Greenpeace und Australien

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verurteilte Japans Entscheidung. Die Überfischung sowohl in japanischen Küstengewässern sowie auch in Gebieten auf hoher See habe zum Schwund vieler Walarten geführt. Die meisten Walpopulationen hätten sich noch nicht erholt, einschließlich größerer Meeressäuger wie Blauwalen, Finnwalen und Seiwalen. Die Regierung müsse dringend handeln, um maritime Ökosysteme zu schützen, statt kommerziellen Walfang wiederaufzunehmen, sagte ein Sprecher.

Auch Australien übte Kritik. Ihre Regierung sei "extrem enttäuscht", sagte die australische Umweltministerin Melissa Price in einer Stellungnahme. Sie rief die Regierung in Tokio auf, in die Kommission zurückzukehren. Australien werde weiter "resolut gegen jede Form des kommerziellen und sogenannten wissenschaftlichen Walfangs" sein.

haz/qu/as (dpa, afp)

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