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PolitikItalien

Aus für ChatGPT in Italien

31. März 2023

Die Behörden verweisen auf fehlerhaften Datenschutz bei der auf künstlicher Intelligenz basierenden Software. Den Entwicklern droht eine Millionenstrafe.

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Ein Smartphone-Bildschirm zeigt ein Logo. Im Hintergrund steht "ChatGPT".
Die Entwicklerfirma OpenAI hat nun zwanzig Tage Zeit, um zu handelnBild: Avishek Das/SOPA Images via ZUMA Press Wire/picture alliance

Die Behörden in Italien haben den Chatbot ChatGPT vorerst gesperrt. Die Datenschutzbehörde des Landes wirft dem Entwickler der Software, dem US-Unternehmen OpenAI, einer Mitteilung zufolge Verstöße gegen den Jugend- und Datenschutz vor. 

Entwickler müssen Maßnahmen nachweisen 

OpenAI dürfe die Daten italienischer Internetnutzer "mit sofortiger Wirkung" nur noch eingeschränkt verarbeiten, hieß es. Die Behörde kritisierte insbesondere, dass das Unternehmen keine "Rechtsgrundlage" für das massenhafte Sammeln und Speichern personenbezogener Daten habe, um die der Plattform zugrunde liegenden Algorithmen zu "trainieren".

Eine Frau und ein Mann stehen sich gegenüber und haben Smartphones in der Hand. Sie schauen sich gegenseitig wütend an und haben die Münder weit geöffnet.
KI-Software wie ChatGPT birgt Risiken, etwa die Manipulation ihrer User, die zur Polarisierung beitragen kann (Symbolbild)Bild: Roger Ditter/DW

Zudem fehle es an Maßnahmen zum Jugendschutz. So gebe es keine ausreichenden Filter und Barrieren für Kinder unter 13 Jahren, die die Software laut deren Nutzungsbedingungen ohnehin nicht verwenden dürfen. Das US-Unternehmen solle nun innerhalb von 20 Tagen über ergriffene Maßnahmen informieren, erklärte die Behörde weiter. Andernfalls drohe eine Strafe von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.

KI mit Nebenwirkungen

ChatGPT erstellt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) Texte. Nutzer können einzelne Befehle oder Sätze vorgeben, die das System dann mithilfe riesiger Datenmengen aus dem Internet eigenständig ergänzt.

Seit seinem Erscheinen ist der Chatbot äußerst erfolgreich, zuletzt häuften sich jedoch auch Warnungen. Diese Woche erklärte etwa die Polizeibehörde Europol, Kriminelle und Betrüger könnten sich die Anwendung zu Nutze machen. Die KI könne etwa Informationen darüber geben, "wie man in ein Haus einbricht, bis hin zu Terrorismus, Cyberkriminalität und sexuellem Missbrauch von Kindern". Kritiker fordern eine Regulierung.

fwü/jj (dpa, rtr, afp)