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PolitikItalien

Italien: Rechtsextreme und Neofaschisten machen mobil

14. Juni 2026

In Italien formiert sich das ultrarechte Lager neu. In Rom gingen nicht nur Tausende Menschen für Remigration auf die Straße. Es wurde auch eine neue Partei gegründet. Eine Gefahr für die Regierung von Giorgia Meloni?

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Italien Rom 2026 | Trikolore bei rechtsextremer Demonstration für Remigration
Mehrere Tausend Menschen versammelten sich in Rom, um für die Remigration von Migranten zu demonstrierenBild: Marco Iacobucci/SOPA Images/Sipa USA/picture alliance

In Italien haben am Samstag mehrere tausend Menschen für eine Verschärfung der Einwanderungspolitik demonstriert. Etwa 3000 Personen, die aus ganz Italien angereist waren, marschierten mit einem Banner mit der Aufschrift "Remigration und Rückeroberung" durch die Hauptstadt Rom und forderten damit eine erzwungene Rückführung von Migranten in ihre Heimatländer. Mehrfach hoben viele von ihnen die Arme zum faschistischen Gruß und riefen "Duce! Duce!", eine Anspielung auf den italienischen Diktator Benito Mussolini, der Italien von 1922 bis 1943 regierte.

Rechtsextreme und neofaschistische Teilnehmer    

An der Kundgebung beteiligten sich auch rechtsextreme und neofaschistische Gruppen wie CasaPound. CasaPound Italia ist eine italienische Bewegung und ehemalige Partei, die sich als nationalistisch und sozial versteht. "Wir wollen die illegalen Einwanderer rauswerfen, weil sie nicht hier sein sollten", sagte CasaPound-Sprecher Luca Masella. "Und weil wir nicht politisch korrekt sind, sagen wir auch, dass wir auch die legalen Einwanderer, die sich offensichtlich nicht angepasst oder integriert haben, nach Hause schicken wollen."

Italien Rom 2026 | Casapound-Anführer Luca Marsella bei rechtsextremer Demonstration
CasaPound-Sprecher Luca Marsella scheut nicht vor rassistischen ÄußerungenBild: Marco Iacobucci/SOPA Images/Sipa USA/picture alliance

Bei einer konkurrierenden, migrationsfreundlichen Demonstration gingen am gleichen Abend in einem anderen Stadtteil Roms weitere Zehntausende Menschen auf die Straße. An diesem Marsch nahmen verschiedene linke Gruppen und Gewerkschaften teil, wobei einige Demonstranten palästinensische Flaggen schwenkten.

Um sicherzustellen, dass die beiden rivalisierenden Gruppen voneinander ferngehalten wurden, waren Tausende Polizisten im Einsatz.

Neue rechte Partei gegründet: Futuro Nazionale

Zeitgleich fand in Rom der Gründungsparteitag der neuen rechten Partei Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) statt, die von dem Ex-General und Europaabgeordneten Roberto Vannacci gegründet wurde. "Wenn es nach mir ginge, sollte niemand nach Italien einreisen dürfen", sagte Vannacci auf einer Pressekonferenz. Vannacci sagte auch: "Wir schämen uns nicht, es zu sagen, und ich bitte euch sogar, es auch zu sagen: "Italien den Italienern!"

Italien Rom 2026 | Roberto Vannacci bei der Gründungsversammlung der Partei Futuro Nazionale
Roberto Vannacci auf der Pressekonferenz zur Gründung seiner Partei Futuro NazionaleBild: Roberto Monaldo/LaPresse/ZUMA/dpa/picture alliance

Die Partei pflegt auch enge Verbindungen zur AfD in Deutschland und äußert immer wieder Kritik an der Europäischen Union.

Keine Allianz mit Meloni - im Gegenteil     

Vannacci ist ein ehemaliges Mitglied der migrationsfeindlichen Lega-Partei von Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini. Bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr bekommen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der ultrarechten Partei Fratelli d'Italia und ihre Koalitionspartner damit weitere Konkurrenz aus dem eigenen Lager. Einer Allianz mit der Rechtskoalition von Meloni erteilte Vannacci vorerst eine Absage. Umfragen zufolge könnte die Partei Futuro Nazionale 4,5 Prozent der Stimmen erhalten, die meisten von bisherigen Lega-Wählern. Im Parlament ist sie bereits mit acht Parlamentariern vertreten, die die Seiten gewechselt haben.

as/pg (afp, dpa, ap)

 

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