Israelische Armee greift erneut Hamas-Ziele im Gazastreifen an | Aktuell Nahost | DW | 18.08.2020
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Nahost

Israelische Armee greift erneut Hamas-Ziele im Gazastreifen an

Fast täglich ließen militante Palästinenser zuletzt Ballons mit Brandflaschen oder Sprengsätzen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel fliegen. Israel hat nun erneut mit Gegenangriffen reagiert.

Die Luftwaffe habe erneut Ziele der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen angegriffen, teilte die israelische Armee mit. Aus Sicherheitskreisen im Gazastreifen hieß es, bei den Luftangriffen seien Hamas-Beobachtungsposten im südlichen Rafah und im nördlichen Beit Lahia getroffen worden. Verletzt worden sei jedoch niemand.

Ägyptische Delegation auf Vermittlungsmission

Ein Hamas-Vertreter bestätigte die Luftangriffe. Er bezeichnete sie als "Aggression" und als "negative Antwort" auf die Versuche der ägyptischen Delegation, einen fragilen Waffenstillstand aus dem vergangenen Jahr zu reaktivieren. Wegen der massiven Spannungen zwischen Israel und der Hamas hält sich derzeit offenbar eine ägyptische Vermittler-Delegation in der Region auf.

Angeblich seien die ägyptischen Vermittler am Montag mit Hamas-Vertretern zusammengekommen. Später sollten sie laut Angaben des Hamas-Vertreters auch Gespräche mit Vertretern Israels und der Palästinenserführung im Westjordanland führen. Es werde erwartet, dass die Delegation nach Abschluss dieser Gespräche erneut in den Gazastreifen komme, sagte der Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Grenzübergang zum Gazastreifen geschlossen

Mit Unterstützung Ägyptens, Katars und der UN hatten Israel und die Hamas im vergangenen Jahr eine Waffenruhe vereinbart. Seit einigen Wochen nehmen die  Spannungen zwischen beiden Seiten jedoch wieder stark zu. Seit Anfang August reagierte die israelische Armee mit mehreren Vergeltungsangriffen auf Attacken aus dem Gazastreifen mit Raketen und Ballons, an denen Spreng- oder Brandsätze befestigt waren. Auch Raketen wurden wieder auf Israel abgefeuert.

Israel schloss zudem seinen einzigen Grenzübergang zum Gazastreifen für Warenlieferungen und sperrte die Fischereizone vor dem Palästinensergebiet. In dem Küstenstreifen am Mittelmeer leben zwei Millionen Einwohnerunter sehr schlechten Bedingungen. Grund dafür ist unter anderem, dass Israel seit der Machtübernahme der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen 2007 seine Blockade gegenüber dem Palästinensergebiet verschärft hat.

Diese wird inzwischen von Ägypten mitgetragen. Beide Länder begründen ihr Vorgehen mit Sicherheitserwägungen. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

ww/ie (afp, dpa)

 

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