Israel greift nach Raketenangriffen Hamas-Stellungen an | Aktuell Nahost | DW | 09.12.2017
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Nahost-Konflikt

Israel greift nach Raketenangriffen Hamas-Stellungen an

US-Präsident Trump hat mit seinem Schritt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, die Gewalt in den Palästinensergebieten neu entfacht. Die Opferzahlen steigen.

Gazastreifen Israelischer Luftangriff (Reuters/M. Salem)

Palästinensische Anwohner betrachten nach dem israelischen Raketenangriff die Schäden

Nachdem militante Palästinenser mehrere Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Israel abgefeuert hatten, reagierten die Streitkräfte. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben vier Einrichtungen der Hamas in dem von den radikalen Islamisten beherrschten Gazastreifen aus der Luft an. Zwei Hamas-Aktivisten wurden getötet. Das tödliche Geschoss sei in Nusseirat eingeschlagen, erklärte ein Hamas-Sprecher. Getroffen wurde demnach eine Stellung der Hamas-Kampfbrigade Essedin al-Kassam. Die beiden Toten gehörten laut Hamas zu den aktiven Kämpfern der Organisation.

Zuvor war eine der aus dem Gazastreifen abgefeuerten Raketen in der israelischen Ortschaft Sderot niedergegangen. Menschen wurden nicht verletzt. Aus Angst vor weiteren Angriffen verbrachten Anwohner dort und auch in einigen anderen israelischen Städten die Nacht zum Samstag in gesicherten Notunterkünften.

Westjordanland Proteste (Getty Images/AFP/M. Al Shaer)

Neue Krawalle nahe einem israelischen Checkpoint in Bethlehem im Westjordanland

Neue Zusammenstöße zwischen jugendlichen Palästinensern, die Steine warfen, und israelischen Soldaten, die Tränengas einsetzten, gab es in Bethlehem. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, wie israelische und palästinensische Medien berichteten. Wie die israelische Armee mitteilte, gab es an rund 20 Orten Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten.

Vize Pence wird ausgeladen 

Unterdessen sagte die koptisch-orthodoxe Kirche ein Treffen zwischen ihrem Papst Tawadros II. und US-Vizepräsident Mike Pence während seines geplanten Besuches in Ägypten ab. In der Begründung bezog sich die Kirche direkt auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen. Diese Entscheidung missachte "die Gefühle Millionen arabischer Menschen". Aus Protest hatte unter anderem bereits Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ein Treffen mit Pence vor Weihnachten abgesagt.

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Unruhen in Jerusalem und Palästinensergebieten (08.12.2017)

Zwei Tote und hunderte Verletzte am Freitag

Bereits am Freitag wurden bei gewaltsamen Ausschreitungen nach Angaben der palästinensischen Behörden an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel zwei Palästinenser getötet. Die israelische Armee sprach zudem von 28 festgenommenen "Randalierern". Zusammenstöße mit israelischen Sicherheitskräften gab es auch in Hebron, Bethlehem und rund um Nablus. Insgesamt wurden laut Berichten von Ärzten und Sicherheitskräften mehrere hundert Menschen verletzt.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, verbat sich bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats "Belehrungen" aus dem Ausland hinsichtlich der Entscheidung von Trump, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Trump bleibe dem Nahost-Friedensprozess verpflichtet, sagte Haley. Der US-Präsident habe keine Vorentscheidung über den Grenzverlauf getroffen, der zwischen Israelis und Palästinensern im Zuge von Friedensgesprächen ausgehandelt werden müsse. Der Friedensprozess ist seit 2014 eingefroren.

Am Samstagabend kommt die Arabische Liga in Kairo zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. 

se/ust/kle (ap, afp, dpa)

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