Israel erlaubt Export von medizinischem Cannabis | Aktuell Nahost | DW | 27.01.2019
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Hanfprodukte

Israel erlaubt Export von medizinischem Cannabis

Auch Israel steigt in den Handel mit medizinischem Cannabis ein. In Jerusalem stimmten die Minister dafür, den Export der Droge künftig zu erlauben. Das Parlament hatte bereits 2018 ein entsprechendes Gesetz gebilligt.

Israel Hanf-Plantage in Safed (picture-alliance/dpa/A. Sultan)

Hanfpflanzen einer Cannabis-Plantage in Safed, Israel

Israel gilt weltweit als einer der Vorreiter in der Erforschung und dem Anbau von medizinisch nutzbarem Cannabis sowie der Herstellung von Marihuana-Produkten. Nun sollen auch Menschen in anderen Ländern von den Hanfprodukten aus Nahost profitieren.

Der Export soll frühestens in einem halben Jahr beginnen. Israels Finanzministerium rechnet damit, dass die Exportgenehmigung "einen neuen Markt für israelische Hersteller eröffnen wird". Dies werde auch Investitionen in Landwirtschaft, Forschung und Produktion erhöhen sowie neue Arbeitsplätze schaffen.

Acht Unternehmen bauen derzeit Cannabis in Israel an. Viele dieser Firmen unterhalten Farmen im Ausland, um auf dem internationalen Markt Fuß zu fassen.

Einstieg in boomende Branche

Israel erhofft sich laut Medienberichten von dem Export legaler Cannabis-Produkte zusätzliche Steuereinnahmen von einer Milliarde Schekel, umgerechnet 239 Millionen Euro jährlich. Cannabis wird in Israel schon für die Behandlung einer ganzen Reihe von Krankheiten eingesetzt, wie etwa Epilepsie, Parkinson und Morbus Crohn. Seine Wirkstoffe können auch schmerzlindernd wirken.

In Deutschland dürfen Ärzte seit März 2017 Cannabis verschreiben. Die Pflanzen für die Arzneimittel stammen bisher aus Kanada und den Niederlanden. Der Handel mit legalem Cannabis boomt: Nach Einschätzung des US-Marktforschungsinstitut, BDS Analytics, wird der globale Umsatz von umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro im Jahre 2018 auf knapp 28 Milliarden Euro im Jahre 2022 ansteigen.

Israel Justizministerin Ajelet Schaked (Getty Images/AFP/G. Tibbon)

Israels Justizministerin Ajelet Schaked

Kritiker befürchten, dass es durch die Deregulierung zu einem stärkeren Freizeitkonsum des Medikaments kommen könnte. Das sieht Justizministerin Ayelet Shaked anders: "Ich bin froh, dass wir das Gesetz endlich umgesetzt haben. Für Israel öffnet es einen sehr großen Markt." Gleichzeitig gelten für Exporteuren strenge Vorschriften. Es drohen Gefängnisstrafen und hohe Bußgelder bei Verstößen.

Kanada und Uruguay als Vorreiter bei der Legalisierung

Auch in anderen Ländern findet derzeit ein Umdenken im Umgang mit Hanfprodukten statt. So hatte Kanada den Verkauf von Cannabis im Oktober vergangenen Jahres als weltweit zweites Land nach Uruguay vollständig legalisiert. Ähnliche Pläne gibt es auch in Mexiko und Thailand. Neuseeland will 2020 ein Referendum über eine Legalisierung von Cannabis abhalten. Die Volksabstimmung solle parallel zu den nächsten Parlamentswahlen stattfinden und rechtlich bindend sein, sagte Justizminister Andrew Little. In den US-Bundesstaaten Colorado und Washington ist Cannabis ebenfalls legal.

cgn/rb (afp, dpa, rtre)

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