IS-Miliz bestätigt Tod ihres Militärchefs Omar al-Schischani | Aktuell Nahost | DW | 14.07.2016
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Aktuell Nahost

IS-Miliz bestätigt Tod ihres Militärchefs Omar al-Schischani

Er galt als Verteidigungsminister des "Islamischen Staates": Nun hat die Terrormiliz bestätigt, dass "Omar der Tschetschene" getötet wurde. Allerdings unterscheidet sich die IS-Version von der amerikanischen Darstellung.

Omar al-Schischani im Jahr 2014 (Foto: AFP)

Omar al-Schischani im Jahr 2014

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Tod des hochrangigen Kommandeurs Omar al-Schischani eingeräumt. Er sei bei der Verteidigung der irakischen Stadt Mossul gegen Armeeeinheiten ums Leben gekommen, berichtete die IS-Nachrichtenagentur Amak. Demnach wurde Al-Schischani nahe der Ortschaft Scharkat bei Mossul getötet. Ein Todesdatum nannte die Agentur nicht. Die Stadt Mossul wird vom IS gehalten, allerdings bemühen sich irakische Streitkräfte seit Monaten um eine Rückeroberung.

Das US-Verteidigungsministerium hatte den Tod Al-Schischanis, auf den es ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro) ausgesetzt hatte, bereits im März gemeldet. Kampfflugzeuge und Drohnen des US-Militärs hatten den Angaben zufolge seinen mutmaßlichen Aufenthaltsort nahe Schaddade im Nordosten Syriens bombardiert. Dabei sei der IS-Kommandeur "wahrscheinlich" gemeinsam mit zwölf weiteren IS-Kämpfern ums Leben gekommen, hieß es aus Washingtoner Regierungskreisen. Die einstige Hochburg der Dschihadisten war Ende Februar an die mit der Anti-IS-Koalition verbündeten Syrischen Demokratischen Kräfte gefallen.

Das Pentagon hatte Al-Schischanis Rang im IS als "gleichbedeutend mit einem Verteidigungsminister" eingestuft. Der für seinen roten Bart bekannte Dschihadist wurde in der damaligen Sowjetrepublik Georgien geboren, sein arabischer Name bedeutet "der Tschetschene". Der bürgerliche Name des Georgiers lautet Tarchan Batiraschwili. In der Kaukasusrepublik hatte er an der Seite tschetschenischer Rebellen gegen die russische Armee gekämpft, später war er Mitglied der regulären georgischen Streitkräfte.

Danach tauchte er in Nordsyrien als Chef einer Truppe ausländischer Kämpfer auf und wurde rasch einer der wichtigsten Befehlshaber des IS. Den US-Behörden zufolge sollen ihm auch tausend ausländische Kämpfer unterstanden haben. Die USA gehen außerdem davon aus, dass der Extremist ein Gefängnis nahe Rakka beaufsichtigte, in dem mutmaßlich ausländische Geiseln festgehalten werden.

Ein Panzer der irakischen Armee am Dienstag während der Kämpfe um Mossul (Foto: Anadolu)

Ein Panzer der irakischen Armee am Dienstag während der Kämpfe um Mossul

Die IS-Miliz hat weite Landesteile im Irak und in Syrien erobert und in den von ihr gehaltenen Gebieten einen islamischen Gottesstaat ausgerufen. Die USA fliegen seit Sommer 2014 gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen. Für den Kampf am Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die gemäßigte Opposition gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Sie werden von US-Spezialkräften unterstützt.

stu/cr (afp, dpa, rtr)

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