IS-Anhängerinnen nach Deutschland abgeschoben | Aktuell Deutschland | DW | 21.05.2020
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Justiz

IS-Anhängerinnen nach Deutschland abgeschoben

Es ist ruhig geworden um den Islamischen Staat. Das bedeutet aber nicht, dass die Terrororganisation weniger gefährlich ist. Das gilt auch für mutmaßliche Gefolgsleute. Mit zweien befassen sich nun deutsche Behörden.

Die Türkei hat nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zwei weitere mutmaßliche deutsche Anhängerinnen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in ihre Heimat abgeschoben. Die Frauen und ihre insgesamt vier Kinder landeten am Donnerstagabend mit einem Flug aus Ankara in Frankfurt am Main, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Agentur bestätigte. Gegen eine der Frauen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft im IS. Gegen sie liegt ein Haftbefehl vor; sie wurde bei ihrer Ankunft festgenommen, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über die Abschiebung berichtet.

Berlin und Hamburg

Die Festgenommene stammt dem Bericht zufolge aus Berlin, die zweite Frau aus Hamburg. Gegen sie läuft in der Hansestadt ein Ermittlungsverfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, wie eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft bestätigte. Einen Haftbefehl gebe es gegen sie nicht, hieß es weiter. Sie wurde laut Bundespolizei nicht festgenommen, aber an Sicherheitsbehörden aus Hamburg übergeben.

Innenministerium informiert

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums hatte vor der Ankunft der Frauen erklärt, man sei über den Sachverhalt informiert, könne sich zu Einzelfällen aber nicht äußern. Der "Spiegel" schrieb, die Frauen seien vor mehreren Jahren ins damalige Herrschaftsgebiet des IS nach Syrien gezogen. Die türkische Justiz hatte schon mehrfach mutmaßliche deutsche IS-Anhängerinnen in die Bundesrepublik abgeschoben.

ml/wa (dpa)

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