Iranischer Öltanker von Raketen getroffen | Aktuell Welt | DW | 11.10.2019
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Schiffsverkehr

Iranischer Öltanker von Raketen getroffen

Wieder ein Angriff auf ein Handelsschiff - doch diesmal ist der Iran selbst betroffen. Die USA hatten die Islamische Republik für vorherige Zwischenfälle verantwortlich gemacht.

Im Roten Meer hat es nach Angaben des iranischen Ölministeriums eine Explosion an Bord eines iranischen Öltankers gegeben. Das Schiff sei 60 Seemeilen (rund 110 Kilometer) von der saudischen Hafenstadt Dschidda entfernt von zwei Raketen getroffen worden. Es habe jedoch keine Verletzten gegeben.

Während die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur ISNA meldete, auf dem Schiff sei ein Feuer ausgebrochen und es sei schwer beschädigt, dementierte die Reederei - die nationale Tankergesellschaft NITC -, dass es an Bord brenne. Das Schiff sei völlig stabil, es laufe jedoch Öl ins Meer. Wer den mutmaßlichen Angriff verursacht hat, ist offen.

Öltanker "Sabiti"

Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA ist der Öltanker "Sabiti" betroffen. Dieser hat seit Mitte August keinen aktuellen Standort mehr mitgeteilt und das System dafür offenbar abgestellt. Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete ein Bild eines Schiffes mit diesem Namen. Andere Quellen vermuten, es gehe um die "Sinopa". Dem Internetportal Marinetraffic zufolge war der unter iranischer Flagge fahrende Öltanker zuletzt im Roten Meer unterwegs - vor der Küste Dschiddas in nordwestlicher Richtung. Zum Zeitpunkt der Mitteilung des Ölministeriums hatte die "Sinopa" ebenfalls seit rund zehn Stunden keinen aktuellen Standort mehr geschickt.

Das iranische Außenministerium verurteilte den Angriff auf den Tanker scharf, ohne einen Urheber zu benennen. "Das war ein sehr gefährliches Abenteuer ... derzeit untersuchen wir die Details des Angriffs und werden demnächst die Ergebnisse bekanntgeben", sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi.

Schifffahrtsroute mit Nadelöhr

Das Rote Meer, das Saudi-Arabien von Ägypten, dem Sudan und dem Horn von Afrika trennt, ist eine wichtige Schifffahrtsroute. Im Norden mündet der Suezkanal in das Meer, das im Süden vom Bab al-Mandab begrenzt wird. Diese Meerenge ist - wie die Straße von Hormus - ein wichtiges strategisches Nadelöhr für den internationalen Seehandel und den Öltransport aus dem Persischen Golf über das Arabische und das Rote Meer ins Mittelmeer.

Zwischen dem Iran und mehreren westlichen Staaten schwelt seit Monaten ein Streit, allen voran mit den USA. Die Krise hatte sich nach der Kündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump im Jahr 2018 verschärft. Sie war nach mehreren Zwischenfällen auf wichtigen Schifffahrtswegen neu aufgeflammt. So beschuldigten die USA den Iran mehrerer Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Die Führung in Teheran bestritt eine Urheberschaft.

Attacken auf Ölanlagen

Mitte September wurden zwei saudische Ölanlagen angegriffen. Die Beziehungen zwischen den Erzfeinden Iran und Saudi-Arabien verschlechterten sich daraufhin weiter. Zu den Attacken hatten sich die von der Islamischen Republik unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen bekannt. Die USA, Saudi-Arabien und mehrere europäische Regierungen, darunter Deutschland, machten hingegen den Iran direkt verantwortlich. Auch diese Anschuldigungen weist Teheran zurück.

jj/kle (dpa, afp, rtr)

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