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KonflikteIran

Iran öffnet die Straße von Hormus für Handelsschiffe

Veröffentlicht 17. April 2026Zuletzt aktualisiert 17. April 2026

Die für die weltweite Energiewirtschaft bedeutende Straße von Hormus war seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar abgeriegelt. Nun sendet Teheran ein Zeichen der Entspannung.

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Vereinigte Arabische Emirate Ras al-Khaimah 2026 | Frachtschiffe im Persischen Golf nahe der Straße von Hormus
Frachtschiffe warten seit Wochen in der Straße von Hormus auf ihre Weiterfahrt (Archivbild) Bild: Stringer/REUTERS

Die Blockade der Straße von Hormus am Persischen Golf ⁠ist nach offiziellen Angaben aus dem Iran vorläufig aufgehoben. Die Wasserstraße sei für die internationale Handelsschifffahrt freigegeben, solange eine Waffenruhe anhalte, teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi an diesem Freitag im Onlinedienst ​X mit. 

Seit Mittwoch vergangener Woche verzichten die USA und Israel auf der einen sowie der Iran auf der anderen Seite auf Angriffe. Diese Feuerpause war unter Vermittlung Pakistans für zwei Wochen vereinbart worden, um Zeit für Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs und ein Friedensabkommen zu geben. In der Nacht zum Freitag trat eine Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon in Kraft. Diese soll zehn Tage lang gelten.

Durchfahrt auf bestimmter Route

Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, ​die bereits von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, ​erklärte Araghtschi weiter. Hunderte Tanker und Frachtschiffe liegen seit Wochen im Persischen Golf fest.

Kriegsschiffe dürfen die Straße von Hormus nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters nicht passieren.

Iranischer Außenminister Abbas Araghtschi
Irans Außenminister Abbas Araghtschi machte seine Ankündigung bei X (Archivbild) Bild: Vahid Salemi/AP/dpa

Trump bestätigt Öffnung der Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump bestätigte auf seiner Onlineplattform Truth Social, die Wasserstraße sei wieder offen. Die Blockade der iranischen Häfen durch das US-Militär bleibt nach seinen Worten allerdings zunächst bestehen. Dies gelte, bis die Verhandlungen mit dem Iran zu 100 Prozent abgeschlossen seien. Der Prozess sollte sehr rasch vorankommen, da die meisten Punkte bereits ausverhandelt seien, erklärte der US-Präsident weiter. Die US-Marine hatte ihrerseits am Montag an der Straße von Hormus mit einer Seeblockade begonnen. 

Später fügte Trump hinzu, die iranische Führung habe zugesagt, die Meerenge werde nicht wieder geschlossen.

Die Ölpreise fielen nach der Bekanntgabe der freien Fahrt für Handelsschiffe deutlich. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni kostete nun 91,11 US-Dollar und damit mehr als acht Prozent weniger als am Donnerstag. Zeitweise fiel der Preis unter die Marke von 90 Dollar.

An den Börsen gingen die Aktienkurse steil nach oben.

Kanzler Merz spricht von guter Nachricht

Deutschlands Kanzler Friedrich Merz rief die iranische Führung dazu auf, die Straße von Hormus völlig freizugeben. Merz sprach bei einer Pressekonferenz in der franzöischen Hauptstadt Paris von einer "guten Nachricht", dass der Iran die Meerenge unter Auflagen geöffnet habe. Die Durchfahrt müsse aber "in vollkommener Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht" möglich sein. Es dürfe "keinerlei Einschränkungen" geben.

Frankreich Paris 2026 | Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßt Friedrich Merz vor dem Gipfel zur Straße von Hormus
Kanzler Friedrich Merz (2.v.l.) am Freitag in Paris bei dem internationalen Gipfel zur Straße von Hormus Bild: Tom Nicholson/AFP

Die mächtigen iranischen Revolutionsgarden hatten ​nach Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die wichtigen Handelsrouten von den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus faktisch blockiert. Über die Wasserstraße ​wird etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte transportiert. Aufgrund der Abriegelung stiegen die Energiepreise in den vergangenen Wochen ⁠drastisch. 

se/pgr (rtr, afp, dpa, ap)

Redaktionsschluss: 17.45 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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