Iran: Suchtrupps fahnden nach Wrack | Aktuell Nahost | DW | 19.02.2018
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Flugzeugunglück im Iran

Iran: Suchtrupps fahnden nach Wrack

Am Sonntag war eine Passagiermaschine im Iran verunglückt - doch eine Suche war wegen schlechter Wetterbedingungen nicht möglich. Nun sollen Hilfskräfte eventuell Teile der Maschine gefunden haben.

Rund einen Tag nach einem Flugzeugabsturz im Südiran suchen Hilfskräfte mit Hochdruck nach der vermissten Passagiermaschine. Ob Wrackteile bereits gefunden wurden, war zunächst unklar. Der stellvertretende Gouverneur der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad erklärte gegenüber dem iranischen Staatsfernsehen, dass das Wrack nahe des Ortes Dengezlu in der Provinz Isfahan entdeckt worden sei. Die zivile Luftfahrtbehörde konnte den Fund dagegen nicht bestätigen. 

Schlechte Wetterbedingungen hatten die Suche zunächst unmöglich gemacht. Diese hätten sich verbessert, so dass zwischenzeitlich Hubschrauber eingesetzt werden konnten, berichtete das iranische Staatsfernsehen. Wegen Nebel und starkem Wind mussten sie jedoch ihren Einsatz beenden. Mehr als hundert Mitarbeiter der Bergrettung waren für die Suche bereitgestellt worden, ausgestattet mit Hunden und Drohnen. Angehörige reisten in die Region und gaben Speichelproben ab, damit die Opfer des Flugzeugunglücks später anhand ihrer DNA identifiziert werden können. 

Iran Flugzeugabsturz (Farsnews)

Nach dem Verschwinden der Passagiermaschine: Angehörige nahe des Unglücksorts fürchten das Schlimmste

Keine Hoffnung auf Überlebende 

Die Behörden gehen davon aus, dass die Maschine des Typs ATR-72 der Aseman Air während eines Schneesturms in der bergigen Gegend abstürzte und alle Passagiere ums Leben kamen. Laut Aseman Air waren 60 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder an Bord. 

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA dagegen hatte ein Passagier den Flug storniert - demnach waren nur 59 Passagiere an Bord. Unklar ist, ob am Flughafen Meharabad in Teheran ein Passagier von einer Warteliste den freien Platz einnahm. Die Maschine war auf dem Weg vom Flughafen Teheran-Mehrabad nach Yassudsch im Südwestiran und verschwand 50 Minuten nach dem Start vom Radar.

Flugzeuge veraltet 

Die Fluggesellschaft Aseman Air gilt als sehr unsicher und steht seit Dezember 2016 auf der Schwarzen Liste der EU-Kommission. Maschinen dieses Unternehmens dürfen deshalb in der EU weder starten noch landen. Viele der Passagierflugzeuge im Iran, besonders die der kleineren Fluglinien, sind über 40 Jahre alt. Wegen der Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomstreit konnte der Iran jahrzehntelang keine neuen Maschinen kaufen. Erst nach dem Atomdeal von 2015 mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland gab es neue Verträge mit Airbus, ATR und auch Boeing. Bisher wurden dem Iran nur ein Dutzend der neuen Maschinen übergeben.

sth/as (ape, dpad, dpae, afp) 

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