Iran gibt USA Mitschuld an Terror | Aktuell Asien | DW | 23.09.2018
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Anschlag

Iran gibt USA Mitschuld an Terror

Nach dem blutigen Anschlag auf eine Militärparade in der Stadt Ahwas hat die iranische Regierung nicht nur drei EU-Staaten eine Mitverantwortung zugewiesen, sondern auch den USA. Der Vorwurf: Terrorfinanzierung.

29 Menschen starben am Samstag bei dem Anschlag auf eine Militärparade in der Stadt Ahwas im Westen des Irans. 57 Menschen sind verletzt. Die iranische Führung macht nach wie vor andere Länder dafür mitverantwortlich. Nachdem am Samstag bereits die Botschafter von Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden einbestellt worden waren, zeigt Teheran nun auf die USA. 

Zu dem Anschlag in Ahwas hatte sich zunächst die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt. Sie erklärte über ihr Sprachrohr Amaq, IS-Kämpfer hätten "eine Versammlung iranischer Truppen" angegriffen. Die sunnitische Miliz betrachtet den schiitischen Iran als Erzfeind. Die iranischen Revolutionsgarden behaupteten, vom Erzrivalen Saudi-Arabien finanzierte "Terroristen" hätten den Anschlag verübt.

Rohani hält Seperatistengruppe für schuldig

Doch die iranische Regierung hat einen anderen Schuldigen ausgemacht: Sie hält die "Demokratische Volksfront von Ahwas" (ADPF), eine arabische Seperatistengruppe, für verantwortlich. "Es ist für uns absolut klar, wer das getan hat und mit wem sie verbunden sind", sagte Präsident Hassan Rohani am Sonntag im Staatsfernsehen.

Er beschuldigt einen ungenannten, von den USA unterstützten Golfstaat, die ADPF zu fördern. "All die kleinen Söldnerländer in dieser Region werden von Amerika unterstützt. Es sind die Amerikaner, die sie dazu anstiften", sagte er. Der Oppositionssender "Iran International TV" mit Sitz in London hatte ein Interview mit einem Sprecher der ADPF ausgestrahlt, der indirekt die Verantwortung für den Angriff übernahm und ihn "Widerstand gegen legitime Ziele" nannte. 

Botschafter mussten Stellung nehmen

Daraufhin musste sich der britische Botschafter vor der iranischen Regierung rechtfertigen. Aber auch Diplomaten aus Dänemark und den Niederlanden wurden einbestellt. Damit habe man dagegen protestieren wollen, dass die jeweiligen Länder "einige Mitglieder der Terrorgruppe beherbergen, die den terroristischen Anschlag begangen haben", hieß es aus dem Außenministerium. Man erwarte, dass Regierungen der Länder die Täter und "jeden, der mit ihnen zu tun hat", für einen "fairen Prozess" an den Iran übergeben.

 Iran Militärparade Parade (Mehr)

Aufregung nach dem Anschlag in Ahwas

Der Anschlag ist der schwerste seiner Art im Iran in den vergangenen Jahren. Staatspräsident Hassan Rohani drohte mit einer "vernichtenden Antwort" auf die Attacke. Die Revolutionsgarden kündigten eine "tödliche und unvergessliche Rache" gegen die Angreifer an.

Ahwas liegt im Westen des Landes und ist die Hauptstadt der ölreichen Region Chuzestan. Nicht nur dort, sondern im ganzen Land fanden am Samstag Feiern und Militärparaden statt, mit denen an den Beginn des ersten Krieges mit dem Nachbarland Irak erinnert werden soll. Der Krieg dauerte von 1980 bis 1988.

cvo/wa/rb (afp, dpa)

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