Iraks Regierungschef Al-Maliki fordert mehr US-Waffen | Aktuell Welt | DW | 01.11.2013
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Aktuell Welt

Iraks Regierungschef Al-Maliki fordert mehr US-Waffen

Seit Januar schwillt die Gewaltwelle im Irak bedrohlich an. Nun scheint Ministerpräsident Al-Maliki nervös zu werden. In Washington betonte er, dass er zur Bekämpfung des Terrors moderne US-Rüstungsgüter erwerben wolle.

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USA: Irak will noch mehr Rüstungsgüter

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen hat US-Präsident Barack Obama den irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki in Washington empfangen. Nach der 90-minütigen Unterredung sagte Obama im Weißen Haus, er habe mit dem Gast über den Kampf gegen das Terrornetzwerk Al Kaida beraten. Dabei gehe es um eine engere Zusammenarbeit beider Länder, um Al Kaida "zurückzudrängen". Der US-Präsident versprach Al-Maliki seine Unterstützung bei der Schaffung eines demokratischen und wohlhabenden Irak, in dem alle Bevölkerungsgruppen in Politik und Gesellschaft eingebunden seien.

In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, im Kampf gegen Al Kaida und verbündete Gruppen gebe es "dringenden" Bedarf an "zusätzlichen" Militärhilfen für die irakische Armee. Die irakische Delegation habe den Wunsch ausgedrückt, weitere Rüstungsgüter von den USA zu kaufen.

Wunschliste mit Hightech-Waffen

Al-Maliki soll eine Wunschliste mit modernen Waffensystemen mit nach Washington gebracht haben, auf der unter anderem Kampfhubschrauber und Drohnen stehen. Mitglieder der US-Regierung und einige Senatoren sind jedoch der Meinung, dass Al-Maliki mit seinem zunehmend autokratischen Führungsstil selbst zu der Eskalation der Gewalt beigetragen hat. Wie ranghohe Vertreter der amerikanischen Regierung weiter mitteilten, plant Washington auch eine stärkere geheimdienstliche Unterstützung des Iraks.

Hintergrund der irakischen Waffenwünsche ist die jüngste Eskalation der Gewalt in dem arabischen Land. Mit 964 Toten sei der Oktober der Monat mit der höchsten Zahl an Gewaltopfern seit April 2008 gewesen, teilten die Ministerien für Gesundheit, Inneres und Verteidigung mit. Zudem seien 1600 Menschen verletzt worden. Im April 2008 waren bei Anschlägen 1073 Menschen getötet worden.

Erbitterter Machtkampf

Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Religionsgruppen im Irak haben sich seit Januar deutlich ausgeweitet. Genährt wird die Gewalt von einem Machtkampf zwischen dem schiitischen Regierungschef Al-Maliki und der sunnitischen Opposition, die ihm einen autoritären Regierungsstil und die Diskriminierung ihrer Minderheit vorwerfen. Extremistengruppen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida nutzen die angespannte Lage, um Kämpfer im Irak zu rekrutieren und Anschläge zu verüben.

Derweil erhob die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Vorwürfe gegen die irakischen Sicherheitskräfte. Unter Al-Maliki würden diese Gefangene foltern, schrieb die Irak-Expertin der Organisation, Erin Evers, im Politik-Magazin "The Hill". Solange sich daran nichts ändere, müsse Obama ein klares Signal an Al-Maliki senden, dass dieser nicht auf Militärhilfen hoffen könne.

kle/pg (dpa, rtre, afp)

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