IOC hebt Suspendierung Russlands auf | Sport | DW | 28.02.2018
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Olympische Winterspiele

IOC hebt Suspendierung Russlands auf

Nur drei Tage nach Ende der Winterspiele von Pyeongchang sind die suspendierten Russen wieder Teil der olympischen Familie. Ob sie aber tatsächlich alle Auflagen erfüllen, bleibt offen.

Die Suspendierung Russlands ist durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgehoben worden. Das Russische Olympische Komitee (ROC) bestätigte eine Aufhebung der Sanktionen am Mittwoch. "Das ROC ist wieder vollständiges Mitglied der internationalen olympischen Familie", sagte ROK-Präsident Alexander Schukow gegenüber der russischen Agentur Interfax. Zuvor hatten russische Medien unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtet, dass das Internationale Olympische Komitee die Suspendierung aufgehoben habe. Eine Bestätigung des IOC erfolgte kurze Zeit später.

Wegen des Dopingskandals bei den Winterspielen in Sotschi wurden nur 168 Athleten aus Russland in Südkorea zugelassen. Sie durften lediglich unter neutraler Flagge und ohne Nationalhymne antreten. Eigentlich war geplant, die russischen Sportler bei der Schlussfeier in Pyeongchang wieder mit ihrer National-Fahne einmarschieren zu lassen. Doch nach den positiven Dopingproben des Curlers Alexander Kruschelnizki und der Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa wurde die Sperre verlängert. Zuvor hatten die Russen die Auflagen des IOC erfüllt und 15 Millionen US-Dollar Strafe gezahlt, um die Ausgaben, die die Aufarbeitung des Dopingskandals von Sotschi erzeugt hatten, auszugleichen.

Verfrühte Begnadigung?

Dass die Aufhebung der Suspendierung so kurze Zeit nach dem Abschluss der Spiele von Pyeongchang erfolgt, verwundert. Denn vor der Schlussfeier hatte IOC-Präsident Thomas Bach gesagt: "Die Sanktion ist aufgehoben, sobald klar ist, dass keine weiteren Dopingfälle aus Pyeongchang dazukommen." Ein weiterer Beschluss des IOC sei dazu nicht notwendig. Woher Bach und das IOC allerdings abschließend wissen wollen, dass tatsächlich keine weiteren Dopingfälle hinzukommen, ist nicht nachvollziehbar. Immerhin können die Dopingproben von Pyeongchang auch Jahre nach den Spielen noch bei Nachtests untersucht werden. Gut möglich also, dass den IOC-Oberen die schnelle "Begnadigung" Russlands irgendwann auf die Füße fällt.

Freitag: "Schlag ins Gesicht sauberer Athleten"

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, kritisierte die IOC-Entscheidung scharf. "Wir haben Dopingfälle innerhalb der russischen Mannschaft gehabt. Die werden als Einzelfälle abgetan", sagte die SPD-Politikerin und sprach von einem "Desaster" und einem "Schlag ins Gesicht aller sauberen Athletinnen und Athleten". So werde das IOC "in demokratischen Staaten keine Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, und darauf werden sie angewiesen sein, wenn es um die Vergabe von Olympischen Spielen geht."

asz/dv (dpa)

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