Invasionsversuch in Venezuela? | Aktuell Amerika | DW | 03.05.2020
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Südamerika

Invasionsversuch in Venezuela?

Der Vorgang ist auch viele Stunden danach noch rätselhaft. Und die Kommunikation der Behörden in Venezuela trägt nicht dazu bei, für Klarheit zu sorgen: Hat es eine versuchte Invasion gegeben, die von Kolumbien ausging?

Venezuela Söldnerinvasion in La Guiara (picture-alliance/AP Photo/M. Delacroix)

Einsatz von Polizei und Sicherheitskräften in La Guiara

Bei einem angeblichen Angriff "terroristischer Söldner" an der Küste von Venezuela sollen nach Angaben der Regierung des Landes acht Menschen getötet und zwei festgenommen worden sein. Auch ein großes Arsenal an Waffen sei sichergestellt worden, sagte der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, im Fernsehen. "Sie waren bereit, Aktionen gegen Institutionen und Personen auszuführen", erklärte Cabello.

Dahinter steckten nach seinen Worten Kolumbien, von wo aus die Schnellboote gestartet seien, und die Vereinigten Staaten. Einer der Festgenommenen habe für die US-Antidrogenbehörde DEA gearbeitet. Kritiker werfen der Regierung Kolumbiens vor, schon des öfteren solche Invasionsversuche inszeniert zu haben. "Sie kommen aus Kolumbien und wollen über den Norden Venezuelas (...) in das Land?", rätselte der General und ehemalige Minister Hebert García auf Twitter.

"Irgendetwas passt nicht"

Viele Fragen, wenige Fakten: La Guira, 30 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt, wo die Gruppe gelandet sein soll, ist einer der am besten gesicherten Häfen Venezuelas. Die Landgrenze mit dem Nachbarn Kolumbien ist dagegen schwer zu kontrollieren. "Irgendetwas passt nicht. Vielleicht war es ein Krieg zwischen Drogenkartellen, aber eine Terroristen-Invasion scheint es nicht zu sein", schrieb García.

Das einst reiche Venezuela steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Das südamerikanische Land mit den größten bekannten Erdölreserven gilt zugleich als einer der korruptesten Staaten weltweit. Viele Militärs und Politiker sollen in kriminelle Geschäfte wie illegalen Bergbau und Drogenhandel verwickelt sein. Zudem tobt seit mehr als einem Jahr ein Machtkampf zwischen dem selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó und dem autoritär regierenden sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro. Letzterer sitzt jedoch fest im Sattel, auch weil er das Militär auf seiner Seite und die Polizei im Griff hat.

ml/rb (dpa, ape, afp)

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