Inhaftierte Prinzessin bittet saudi-arabisches Königshaus um Gnade | Aktuell Nahost | DW | 17.04.2020
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Saudi-Arabien

Inhaftierte Prinzessin bittet saudi-arabisches Königshaus um Gnade

Vor rund einem Jahr verschwand Prinzessin Basmah bint Saud aus der Öffentlichkeit. Nun meldet sich die saudi-arabische Menschenrechtsaktivistin mit einem Brief aus dem Gefängnis zurück.

Prinzessin Basmah bint Saud schreibt in dem offenen Brief auf Twitter, sie werde im Hochsicherheitsgefängnis al-Hair südlich der saudi-arabischen Hauptstadt Riad "willkürlich" und ohne Anklage festgehalten. Ihr Gesundheitszustand verschlechtere sich, und da sie keine medizinische Versorgung erhalte, könne dies zu ihrem Tod führen. Gleichzeitig bittet sie ihren Onkel, König Salman, und ihren Cousin, den Kronprinzen Mohammed bin Salman, darum, ihren Fall zu überprüfen und sie freizulassen, da sie "nichts Falsches getan" habe.

Zu den Gründen für die Inhaftierung der 56-Jährigen wurde nichts bekannt.

Prinzessin forderte Verfassungsreformen 

Nach Angaben einer Kontaktperson der DW wurde die Prinzessin im März 2019 festgesetzt, als sie mit einer ihrer Töchter zu einer medizinischen Behandlung in die Schweiz reisen sollte. Die Behörden gingen offenbar von einem Fluchtversuch aus und verbrachten die beiden Frauen an einen unbekannten Ort. Erst nach mehrmaligen Versuchen gelang es Freunden und Angehörigen, wieder Kontakt zu Basmah aufzunehmen. Im Gespräch mit der DW hieß es, die Familie könne nicht offen sprechen, weil ihre Gespräche überwacht würden.

Basmah hatte zuvor immer wieder über internationale Medien für Verfassungsreformen in Saudi-Arabien und der gesamten Region geworben und sich für soziale Belange eingesetzt. Dass Mitglieder der mehrere tausend Verwandte zählenden Königsfamilie öffentlich Missstände anprangern, ist in dem Land allerdings äußerst ungewöhnlich und endet meist mit heftigen Konsequenzen für die Kritiker. Zuletzt wurden im März in einer spektakulären Aktion drei Prinzen festgenommen, weil sie angeblich den mächtigen Kronprinzen stürzen wollten.

djo/mak (afp, twitter.com/PrincessBasmah)