Indische Raumsonde schafft es in die Mondumlaufbahn | Aktuell Welt | DW | 20.08.2019
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Mission Mondlandung

Indische Raumsonde schafft es in die Mondumlaufbahn

Indien verfolgt eine ambitionierte Mission: Das Land will als vierter Staat überhaupt auf dem Mond landen. Nun hat die Raumsonde "Chandrayaan-2" eine der wichtigsten Etappen auf dem Weg dorthin geschafft.

Indien Raumsonde Chandrayaan 2 Start in Richtung Mondumlaufbahn (Reuters/Indian Space Research Organisation)

Ende Juli: Start der Raumsonde "Chandrayaan-2" vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan

Die unbemannte indische Raumsonde "Chandrayaan-2" ist nach einer vierwöchigen Reise durch das Weltall in die Mondumlaufbahn eingetreten. Das knapp 29-minütige Manöver sei "erfolgreich abgeschlossen worden", teilte die indische Weltraumbehörde ISRO mit. Wenn alles planmäßig verläuft, soll der Orbiter am 7. September auf dem Südpol des Mondes landen. Mit der Mission will Indien das vierte Land nach den USA, Russland und China werden, dem eine Mondlandung gelingt.

Die Mondmission kostet über 140 Millionen Dollar und wird von zwei Wissenschaftlerinnen angeführt. Ziel ist es, die Oberfläche des Südpols des Mondes zu untersuchen und in 14-tägigen Experimenten bereits entdeckte Wasserstellen näher zu studieren. 

Der Eintritt in die Mondumlaufbahn war einer der größten Herausforderungen der "Chandrayaan-2"-Mission. Wäre das Raumschiff zu schnell unterwegs gewesen, hätte es möglicherweise abprallen und im Weltraum verloren gehen können. Bei einer zu langsamen Geschwindigkeit wiederum hätte es durch die Anziehungskraft des Mondes zerschellen können.

Die Raumsonde wird nun in einer engeren Umlaufbahn den Mond umkreisen, bis sie auf einer Distanz von rund 100 Kilometern angekommen ist. Dann soll sich der Lander abkoppeln und den Mond ansteuern. ISRO-Chef Kailasavadivoo Sivan gibt sich aber erstaunlich verhalten: Er geht davon aus, dass die Mondlandung nur mit einer 37-prozentigen Wahrscheinlichkeit gelingen könnte.

Indien Raumsonde Chandrayaan 2 Eintritt Mondumlaufbahn | Kailasavadivoo Sivan, ISRO (Getty Images/AFP/M. Kiran)

ISRO-Chef Sivan fiebert der Mondlandung entgegen, ist aber auch skeptisch

Ein indisches Prestigeprojekt

Die Rakete mit dem Orbiter "Chandrayaan-2" war am 22. Juli vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh gestartet. Für Indien ist die Mondlandemission ein Prestigeprojekt. Regierungschef Narendra Modi hat angekündigt, dass seinem Land bis 2022 bemannte Raummissionen gelingen sollen. Bei Indiens erster Mondmission im Jahr 2008 hatte die Sonde "Chandrayaan-1" den Erdtrabanten lediglich umkreist, war aber nicht gelandet.

Mit seiner Mondlandemission folgt Indien einem internationalen Trend. Die Weltraum-Supermacht USA will bis 2024 mit Astronauten auf den Mond zurückkehren. China hatte im Januar als erstes Land eine Sonde auf die erdabgewandte Seite des Mondes gebracht. Außerdem plant die Volksrepublik binnen eines Jahrzehnts bemannte Missionen auf den Mond sowie eine Raumstation auf dem Erdtrabanten. 

Ein israelisches Privatunternehmen scheiterte im April mit seiner Mondmission: Die Raumsonde zerschellte bei der Landung auf der Oberfläche des Erdtrabanten.

lh/haz (afp, dpa, ap)

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