Indiens Bauern gehen wieder auf die Straße | Aktuell Asien | DW | 28.11.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Agrarpolitik

Indiens Bauern gehen wieder auf die Straße

In Indien haben erneut tausende Bauern gegen eine Deregulierung der Landwirtschaft demonstriert. In der Hauptstadt Neu Delhi blockierten sie mehrere Schnellstraßen.

Indien Neu Delhi | Bauern Protest Landwirtschaft Gesetz

Tausende Bauern legten in Teilen der indischen Hauptstadt Neu Delhi den Verkehr lahm

Agrarminister Narendra Tomar rief die Teilnehmer der Kundgebung dazu auf, ihre Proteste zu beenden, und lud die Landwirte zu Gesprächen ein. Ein Sprecher des Bauern-Komitees AIKSCC bekräftigte hingegen, man würde so lange weiter demonstrieren, bis ein umstrittenes Gesetzespaket der Regierung zurückgenommen werde.

Noch gibt es Mindestpreise

In Indien wird Getreide in Großmärkten bisher zu garantierten Mindestpreisen gehandelt. Nun sollen die Farmer ihre Ware ohne Mittelmänner auch direkt an Privatfirmen verkaufen können. Die Regierung argumentiert, dass sie auf dem freien Markt höhere Gewinne erzielen könnten. Doch die Bauern sehen das anders. Sie befürchten einen Preisverfall, weil sie sich in Verhandlungen mit Großkonzernen in einer schlechten Position wähnen. Viele indische Bauern haben ohnehin schon Geldsorgen. Immer wieder gibt es deshalb auch Suizide.

Am Freitag hatte die indische Polizei Wasserwerfer, Tränengas, Stacheldraht und Barrikaden eingesetzt, um die Bauern aus Neu Delhi rauszuhalten. Anschließend erlaubte sie ihnen jedoch einen friedlichen Protest in der Millionenmetropole. Die Landwirtschaft hat einen Anteil von rund 15 Prozent an der indischen Volkswirtschaft und ist Lebensgrundlage für rund 58 Prozent der Bevölkerung. Indien gehört zu den Ländern mit den meisten Einwohnern weltweit. Rund 1,3 Milliarden Menschen leben in Indien.

haz/AL (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt