Indien wirft China Grenzverletzung vor | Aktuell Asien | DW | 31.08.2020
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Territorialstreit

Indien wirft China Grenzverletzung vor

Die bevölkerungsreichsten Staaten der Erde streiten seit langem um ihre Territorien. Wieder flammt der Konflikt auf. Erneut droht ein blutiger Zusammenstoß.

Indischer Grenzsoldat an der Grenze zu China (Archivbild)

Indischer Soldat an der Grenze zu China (Archivbild)

Indien hat China Provokationen an der gemeinsamen Grenze im Himalaya vorgeworfen. Chinesische Truppen hätten mit Militärbewegungen in der Nacht zum Sonntag versucht, den Status quo am Südufer des Sees Pangong Tso zu ändern, erklärte das indische Verteidigungsministerium. Eigene Truppen seien dem zuvorgekommen. Sie hätten Maßnahmen ergriffen, um ihre Position zu behaupten, und die chinesischen Absichten durchkreuzt.

Weiter heißt es, die indische Armee wolle durch Dialog den Frieden bewahren; sie werde aber die territoriale Integrität des Landes schützen. Innenpolitisch setzen die jüngsten Vorfälle die Regierung in Neu Delhi stark unter Druck. Viele Inder wünschen sich eine harte Antwort an Peking.

"Wir stehen in Kontakt"

China wies die Anschuldigungen zurück. Die Soldaten an der Grenze würden die "Kontrolllinie niemals überschreiten". Man stehe in Kontakt zu Indien, um die Situation zu klären.

Indischer Armeetransporter im Unionsterritorium Ladakh (Archivbild)

Indischer Armeetransporter im Unionsterritorium Ladakh (Archivbild)

Die Beziehungen der beiden Atommächte sind seit längerem gespannt. Mitte Juni waren bei einem militärischen Zusammenstoß mindestens 20 indische Soldaten getötet worden. Es war der gravierendste Zwischenfall an der Grenze seit Jahrzehnten. Anschließend versuchten Militärvertreter, mit Gesprächen zu einer Deeskalation beizutragen. Zugleich wurden die Truppen in dem umstrittenen Gebiet erheblich verstärkt.

1962 hatten die bevölkerungsreichsten Staaten der Welt einen kurzen Krieg geführt, den China gewann. Indien ist der Volksrepublik militärisch unterlegen. Die Streitigkeiten über den knapp 3500 Kilometer langen Grenzverlauf im Himalaya halten seither an.

jj/rb (dpa, afp, rtr)

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