iNado und WADA kritisieren IOC wegen Russland-Politik | Sport | DW | 26.02.2018
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Olympische Winterspiele

iNado und WADA kritisieren IOC wegen Russland-Politik

Führende Anti-Doping-Kämpfer finden keinen Gefallen am Umgang des IOC mit Russland. Ihnen ist das, was das Internationale Olympische Komitee als hart und konsequent verkauft, nicht umfassend und nachhaltig genug.

Die Vereinigung der führenden Nationalen Anti-Doping-Agenturen (iNado) hat an der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Sanktionen gegen Russland bald aufheben zu wollen, Kritik geübt. Sie bezeichnete den Umgang mit Russland in einer Stellungnahme als einen "weiteren kurzlebigen Deal". Das IOC habe sich bezogen auf das Russland-Thema von "schlecht" zu "schlechter" entwickelt.

Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) betrachtet den IOC-Kurs kritisch. Es müsse "klargestellt werden", teilte die WADA mit, "dass die Russische Anti-Doping-Agentur RUSADA weiterhin nicht den Welt-Anti-Doping-Kodex erfüllt".

Bach: "Kein weiterer IOC-Beschluss"

Zum Abschluss der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang hatte IOC-Präsident Thomas Bach eine baldige Wiederaufnahme des Russischen Olympischen Komitees (ROC) angekündigt. "Die Sanktion ist aufgehoben, sobald klar ist, dass keine weiteren Dopingfälle aus Pyeongchang dazukommen", sagte Bach: "Ein weiterer Beschluss des IOC ist dazu nicht notwendig."

Während der Spiele hat es zwei Dopingfälle im Team "Olympische Athleten aus Russland" gegeben: Der Curler Alexander Kruschelnizki und die Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa waren positiv getestet worden. Die russischen Sportler waren bei der Schlussfeier deshalb unter der neutralen olympischen Fahne ins Stadion eingezogen. Zuvor war ihnen in Aussicht gestellt worden, dass sie zum Abschluss der Spiele wieder mit russischer Fahne und in russischer Teamkleidung  dabei sein dürften.

iNado: "Pragmatisch, nicht prinzipiell"

Es sei "offensichtlich, dass die Entscheidung aus pragmatischen Gründen getroffen wurde und nicht aus prinzipiellen Erwägungen", heißt es in der iNado-Erklärung. Das IOC sei die einzige Organisation, "die Einfluss auf einen Wechsel in Russland" nehmen könne. Einige Entscheidungen des IOC haben aber deutlich gemacht, "dass die Interessen der sauberen Athleten keine Priorität haben".

asz/ck (sid)

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