Hurrikanzentrum: ″Gehen Sie jetzt in Deckung″ | Aktuell Amerika | DW | 27.08.2020
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USA

Hurrikanzentrum: "Gehen Sie jetzt in Deckung"

An der Golfküste der USA warnen die Behörden weiter vor der zerstörerischen Kraft des Hurrikans "Laura". Inzwischen hat der Wirbelsturm den Bundesstaat Louisiana erreicht und etwas an Stärke verloren.

USA Texas | Vorbereitungen auf Hurrikan Laura

Die Vorboten des Wirbelsturms...

Hurrikan "Laura" ist im US-Staat Louisiana als Sturm der Kategorie 4 an Land getroffen und hat sich danach etwas abgeschwächt. Er brauste am frühen Donnerstagmorgen in der Nähe der Gemeinde Cameron an die Küste und hatte Windgeschwindigkeiten von 240 Kilometern pro Stunde, wie das Nationale Hurrikanzentrum mitteilte. Drei Stunden später um 4.00 Uhr Ortszeit waren es etwa 195 Kilometer pro Stunde, "Laura" wurde auf Kategorie 3 herabgestuft. Mindestens ein Mensch kam bisher durch den Sturm ums Leben.

Das Hurrikanzentrum warnte Anwohner auf Twitter: "Gehen Sie jetzt in Deckung". Am sichersten sei es, im Hausinneren unter einem Tisch oder einem anderen stabilen Möbelstück in Deckung zu gehen und sich nicht in Fensternähe aufzuhalten. Es handele sich um eine "lebensbedrohliche Situation", betonte das NHC.

"Wasser in der Höhe von zwei Stockwerken"

Benjamin Schott vom Nationalen Wetterdienst sprach bei einer Pressekonferenz von einer Flutwelle, die nicht zu überleben sei. So habe er sich noch nie ausgedrückt, und er tue es auch nicht gern. Allerdings sei es für die meisten Menschen unvorstellbar, dass sich an manchen Stellen das Wasser in der Höhe von zwei Stockwerken aufbaue - aber genau das werde passieren. Die Flutwelle könne zudem kilometerweit ins Landesinnere eindringen.

Männer verrammeln ihre Fenster mit Holzbrettern

Die Vorbereitungen laufen....

Für ein Gebiet mit mehr als einer halben Million Einwohnern wurde die Evakuierung angeordnet. Das Küstengebiet an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Texas und Louisiana bereitete sich auf die Ankunft von "Laura" vor. Behörden und Politiker appellierten an die Einwohner, die Region rasch zu verlassen. Fernsehbilder zeigten, wie in den Küstenstädten Geschäfte und Wohnhäuser mit Sperrholzplatten abgesichert wurden. Der Gouverneur von Louisiana, John Edwards, betonte, dass viele Menschen vermutlich für längere Zeit in Notunterkünfte gehen müssen.

Ein Hurrikan wie "Laura" wäre schon unter gewöhnlichen Umständen eine große Herausforderung, die Corona-Krise erschwere die Situation aber zusätzlich, sagte Edwards im Nachrichtensender CNN. "Wenn wir Menschen transportieren, können wir die Busse nicht so füllen, wie wir es gerne würden." Außerdem könnten wegen der Ansteckungsgefahr große Schutzunterkünfte nicht genutzt werden. Deswegen würden Menschen stattdessen verstärkt in Hotels untergebracht.

Gouverneur John Edwards

John Edwards, Gouverneur von Louisiana: Coronakrise erschwert die Situation

Der Bürgermeister der Stadt Lake Charles in Louisiana, Nic Hunter, zeigte sich in einem Radio-Interview beunruhigt, dass nicht alle Menschen die Aufforderungen befolgten, sich in Sicherheit zu bringen. Auch Texas' Gouverneur ermahnte die Betroffenen, die Warnungen ernst zu nehmen. Oberstes Ziel bei einem Hurrikan sei, sein Leben zu schützen, sagte er dem Sender Fox News. "Eigentum kann ersetzt werden, Leben nicht."

Rekordjahr für Wirbelstürme erwartet

Dort, wo "Laura" auf Land treffe, müsse mit "verheerenden Sturmschäden" gerechnet werden, warnte das Nationale Hurrikanzentrum. Auch gut gebaute Häuser könnten schwer beschädigt und Bäume entwurzelt werden. Es werde mehrere Tage oder Wochen kein Strom und kein Wasser geben. Heftige Winde und weitreichende Überflutungen könnten nicht nur auf Texas und Louisiana begrenzt bleiben, sondern etwa auch den Bundesstaat Arkansas betreffen.

Satellitenbild Hurrikan Laura über der US-Küste

Der Wirbelstrum ist bereits in Küstennähe

"Laura" hatte über ungewöhnlich warmem Meerwasser rasch an Kraft gewonnen und wurde innerhalb weniger Stunden von Kategorie zwei in Kategorie vier hochgestuft. Damit ist "Laura" der erste sehr starke Hurrikan der Saison.

Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, von denen sieben bis elf Hurrikans werden könnten, drei bis sechs sogar sehr starke mit Windgeschwindigkeiten von 178 Stundenkilometer und mehr. In durchschnittlichen Jahren gibt es an der Atlantikküste zwölf

Stürme, von denen sich drei zu Hurrikans der Kategorie drei, vier oder fünf entwickeln. Die Wirbelsturm-Saison endet Ende November.

bri/fab (dpa, rtr, apd)

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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