Hudaida-Flughafen im Jemen von arabischer Allianz eingenommen | Aktuell Nahost | DW | 16.06.2018
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Kampf im Jemen

Hudaida-Flughafen im Jemen von arabischer Allianz eingenommen

Bei der Schlacht um die Rebellenhochburg Hudaida im Jemen meldet die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz Geländegewinne. In der wichtigen Hafenstadt will sie den Flughafen zurückerobert haben.

Das jemenitische Militär und die saudi-arabische Allianz teilten mit, der Hudaida-Flughafen sei nun eingenommen. Teams würden das Gebiet von Minen befreien.

Zunächst hatten sich die Kämpfer zu zwei Eingängen zum Flughafen vorgearbeitet. Ein Augenzeuge bestätigte, dass Truppen der Koalition den nordwestlichen Zugang erobert hätten. Aus Armeekreisen verlautete, die auf dem Gelände verschanzten Huthi-Rebellen hätten sich mit Minenfeldern umgeben. Deshalb habe es wohl einige Zeit gedauert, um bis zu den Hauptgebäuden des Flughafens vorzudringen.

Mittlerweile ist nach Angaben der Nachrichtenagentur afp der UN-Gesandte für den Jemen in der von Rebellen kontrollierten Stadt Sanaa eingetroffen. Martin Griffith soll voraussichtlich mit den Rebellenführern sprechen. Es wird erwartet, dass er ihnen vorschlägt, dass sie die Kontrolle über den Hafen in Hudaida an ein von der UN überwachtes Komitee abgeben. So sollen weitere Kämpfe vermieden werden.

Hafen als wichtiger Knotenpunkt

Die Schlacht um Hudaida begann vor drei Tagen. Sie ist die größte ihrer Art seit Beginn des Jemenkriegs. Über den Hafen werden fast alle Hilfsgüter in das verarmte Land geliefert, in dem 8,4 Millionen Menschen zu verhungern drohen. Die arabische Militärallianz unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabien versucht, die schiitischen Huthi-Rebellen in die Knie zu zwingen und der Exil-Regierung des Jemen wieder zurück an die Macht zu verhelfen.

Jemen | bomardierter Hafen von Hodeida (Reuters/A. Zeyad)

Der Hafen von Hudeida ist nach den Angriffen stak zerstört

Unterdessen hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) angesichts der heftigen Kämpfe vor einer neuen Flüchtlingstragödie gewarnt. "Zehntausende Menschen werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen aus der Stadt fliehen", erklärte das IKRK in einer Serie von Tweets.

Kliniken könnten nicht richtig arbeiten, es gebe keinen Strom. Menschen ernährten sich von Brotkrümeln, die sie im Müll fänden. "Die Zivilisten in der Stadt sind unter immensem Druck", so die Hilfsorganisation.

jmw/mak (rtr, dpa)

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